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BRENNENDES DESINTERESSE AM BURN-OUT
„Die Angst der Menschen vor der totalen Erschöpfung lässt sich offenbar am Kiosk hervorragend verkaufen …“, schreibt die SZ in einem ihrer Lifestyle-Nachdenk-Teile.
Wer berufstätig ist - aha: und damit Burnout-gefährdet - denn berufliches Leiden ist „in“, der kommt gar nicht dazu, solche, den wahren, wirklichen und tieferen Sinn des Lebens beleuchtenden „Kultur“-Seiten zu entdecken. Warum? Weil einfach die Zeit fehlt. Sagt also der 90-jährige Vater zu mir: „Du, Sohn, lies das mal, könnte dich interessieren!“
Gebildete alte Menschen mit Zeitungs-Abonnement sind hervorragende Vorausleser wichtiger gedruckter Nachrichten, Kommentare, Feuilletons und intellektuell geschraubter Lifestyle-Essays: Die alten und ehrwürdigen Herrschaften, falls das Augenlicht mitmacht, haben Zeit, all den Schmarren zu lesen, ohne größeren Schaden an Leib, Seele und vor allem Geist zu erleiden. Alter schützt zumeist eben doch vor Torheit. Und solche geliebten Vor-Leser sagen einem dann, was wirklich wichtig sein könnte an den Print-Medien der letzten Woche.
Also in dem Falle ein Artikel mit der Überschrift: „Wenn es brennt: Burn-out als Wunderwaffe. Wie eine Modediagnose die Auflage der Magazine schöner macht.“
Schon wieder mal Burn-Out. Neben meiner Schriftstellerei bin ich Lehrer (Vollzeit!) an einem Münchner Gymnasium. Schockierend für mich: Ich habe kein (!) Burn-Out, liebe den Beruf und die Pubertierenden als herrlichen Ausgleich zum Schreiben; stehe damit aber kurz vor der Einweisung in eine Anstalt, denn ohne dieses dümmliche Mode-Syndrom mit Namen „Burn-Out“ (Ausbrenn´ ?“) gilt man als wenig engagiert, als geradezu asozial Leidens-resistent, - jedenfalls als Außenseiter.
„Burn-out gilt schließlich, anders als die Depression, als Verwundetenabzeichen der Leistungsgesellschaft. Seht her, ich habe alles gegeben …“ (Zitat oben genannter SZ-Artikel).
Ich selber kenn´ auch keine Ausgebrannten, aber bei der Lektüre all der „Burn-Out“-Texte „da brennt ma langsam da Huat“! Fritz Fenzl
Die Zigarre - ein Schreck für alle Raucher
Der Raucher-Raum war gemütlich wie sonst keiner. Ich glaube, das Lokal befand sich in Planegg. Eine liebe Bekannte hat mich dorthin geschleift.
„Ich kenne da ein gaaanz süßes Lokal", sagte sie. "Und ein uuunglaublich gutes Steak haben die für dich …!“ Nicht nur ein Steak: Hier gab es sogar einen eigenen Raucher-Raum! So eine Art Vorraum, Bänke, Strohdach, paffende Raucher.
Endlich wieder ein Lokal, in dem man Zigarren genießen darf! Wenn schon nicht in der Gaststube (die strotzte von Pyramiden, Nofreteten, Tutenchamuns und Karusselpferden), so doch in diesem liebevoll gestalteten Rauchraum. Kein „Dudarfstnicht!“, sondern ein „Hierdarfman“. Darf man wirklich? Der entsetzte Blick der Zigarettenraucher verriet nichts Gutes.
„Eine Zigarre?“
„M-hm“, meinte ich und taxierte verliebt meine „Romeo & Julietta“, Churchill-Format. Ein richtig schöner dicker Brummer.
„Der will uns hier wirklich mit Zigarrenrauch zunebeln…“, sagte eine Raucherin herausfordernd zu ihrer Nachbarin und schnippte die Asche vor meine Zehen:
„Schau ihn dir an, den Zigarrenraucher.“
„Männer“, sagte die andere mit kalter Verachtung.
„Wahrscheinlich hat er auch sonst alle schlechten männlichen Eigenschaften“, so die erstere. Eine scharfe Bemerkung verriet, dass beide von Männern so gut wie gar nichts hielten, von Zigarrenrauchern gleich noch eine Portion weniger.
„Rücksichtslos, einfach rücksichtslos“, gackerte ein Mann herüber. Endlich ein Gegner hier im Raum der Toleranz. Die Frauen waren mir zu gefährlich, aber bei dem Mann nahm ich den Fehdehandschuh auf:
„Du kannst mich!“
„Komm doch her!“
Und weil ich in der Stimmung war:
„Ihr Zigaretten-Ärsche könnt mich alle mal!“
Den Rest erzähle ich lieber nicht.
Nichts geht über Toleranz.
Euer Fritz Fenzl
Ein Denkfehler oder spannende Lektüre?
Wissen Sie, was „Social Proof“ ist? Ehrlich gesagt, ich hab´s auch nicht gewusst. Bis mir ein guter Freund zum 60. Geburtstag das Buch mit dem Titel “Die Kunst des klaren Denkens - 52 Denkfehler, die sie besser anderen überlassen", geschenkt hat.
Vielleicht war es ein Denkfehler, sich sofort in dieses fragliche Werk zu vertiefen. Ein Aha-Rumpler nach dem anderen! Ei hoppsassa, was einem da die eigene Denke doch für kühne Streiche zu spielen vermag. Nun fragen Sie sich wahrscheinlich, was dies mit „Social Proof“ zu tun hat? Ich will versuchen, es zu erklären. „Wenn Millionen von Menschen eine Dummheit behaupten, dann wird sie deswegen nicht zur Wahrheit“, ist auf Seite 17 in eben jenem Buche zu lesen. Lassen Sie einmal alles Revue passieren, was so alles behauptet wird. Am besten ist, Sie schlagen dazu die Zeitung auf. Viel wird da geschrieben. Über die Sicherheits-Konferenz in München zum Beispiel, über die große Weltpolitik über Münchens Bussigesellschaft und über die neuesten Gspusi von Lodda oder Marc Terency. Nur weil solch' Geschichten millionenfach gedruckt, gesendet, wiederholt werden, soll mir das suggerieren, dass wahr ist, was schwarz auf weiß steht.
Das wird einem doch glatt vorgegaukelt, die Meinung der Masse sei negativ. Lediglich mir ist das in meinen 60 Jahren, die ich nun schon auf diesem Planeten weile, nicht wirklich aufgefallen. Gut die Sechziger, die verlieren tatsächlich zu oft.
Ich blättere in meinem Buch weiter: „The Sunk Cost Fallacy“. Das könnte man genauso gut auf Deutsch sagen. Geht sich doch der Autor selbst auf den Leim. Denn simple Sachverhalte mit Englischen Deppdeutsch-Schlagworten zu betiteln, das ist ebenfalls ein „Social Proof“. (Siehe oben, Massenverhalten). Irgendwie schon bedenklich. Ein Denkfehler-Buch, das in jedes Kapitel mit einem Titel auf Englisch einführt. Etwa „The Availability Bias“ statt „Verfügbarkeits-Fehler". Was lerne ich aus der Lektüre? Deutsch ist wunderbar und viel zu schade, um es zu verbannen.
Ach so, ja: Haben Sie nun verstanden, was Social Proof bedeutet?
Ich glaube nicht wirklich und - glauben Sie bitte nicht alles, was gedruckt zu lesen ist. In diesem Sinne -
eine schöne Woche - Ihr Fritz Fenzl
Schäfflertanz - den Mutigen gehört die Welt
„Rein ins kalte Wasser! Denn das Wasser ist warm“. Oder: „Je dunkler die Wolke, desto strahlender leuchtet der Regenbogen!“ Noch was? „Je fester man eine Nessel anfasst, desto weniger brennt sie!“ Und natürlich: „Dem Mutigen gehört die Welt“.
Solche und ähnliche Sprüche finden sich in einem kleinen Bildkalender, den mir ein lieber Mensch zum Jahreswechsel überreicht hat, natürlich mit einem der schönsten aller Wünsche: „Lass dich ja nicht unterkriegen!“
Der Kalender kam mir in den Sinn, als ich am letzten Freitag auf dem Pasinger Bahnhofsplatz die Schäffler tanzen gesehen habe. Die Schäffler!
„Der Legende nach wurde der Tanz in München erstmals 1517 während einer Pestepidemie aufgeführt, um die Bevölkerung, die sich aufgrund der Pest kaum mehr auf die Straße traute, zu beruhigen und das öffentliche Leben wieder in Gang zu bringen.“
Das meldet die Wiki-Seite (Wiki: herrlich: wer gegen das Web-Lekikon schimpft, der hat sich noch nie durch Bibliotheken gewühlt und den sturen Blick von Bibliothekaren ertragen).
Da tanzen sie also wieder, diese wunderbaren g´standenen Mannsbilder mit schwarzen Schuhen, weißen Kniestrümpfen, schwarzer Kniebundhose, dem typischen Schurzleder, der leuchtend roten Jacke und der grünen Kappe. Bei Stadtführungen erzähle ich gerne vom „Positiven Denken“ der Schäffler, die sich nach der Pest endlich wieder auf die Straße getraut haben und den Menschen Mut schenkten.
Soll nicht ganz stimmen:
„Erstmalig nachgewiesen ist der Münchner Schäfflertanz für das Jahr 1702[1]. Die Legende, die ihn mit der Pest in Verbindung bringt, dürfte erst im 19. Jh. entstanden sein. So wird bezweifelt, dass es 1517 in München überhaupt eine Pestepidemie gab, da die Sterberegister für dieses Jahr keine auffälligen Todesraten aufweisen …“
Nun denn. Keiner von uns war dabei, damals. Für mich ist der magische Reigentanz mit den Reifen ein Muß, eine getanzte, münchnerische Bestätigung meines Lebensmottos „Jetzt erst recht!“ Dazu das Männerbündlerische. Schurz, weiße Handschuhe, Meistergrade, Schläge auf das Fass im 3-er-Takt …
Herrlich. Die Schäffler sind für das Überleben im heutigen München viel, viel wichtiger, als das übliche Traditionsgetue ahnen lässt! Fritz Fenzl
DAMISCHE RITTER
GAUDIWURM - EIN LIEBEVOLLER DRACHE !
„Das wurmt mich!“, sagt der, dem ein virtueller Wurm, ein kleiner Drache vielleicht, im Hirnkastl herumwuselt und keine rechte Ruhe finden lässt. Der „Wurm“ hat einem See des Voralpenlandes den Namen verliehen (Würmsee), ebenfalls dem herrlichen Fluss, der sich ab Starnberg durch das Wurmtal/Würmtal schlängelt und alte Drachenenergie nicht nur bis Pasing und zur Blutenburg weitertransportiert. Der Wurm als ausgewiesener Höhlenbewohner ist ein Erd-Tier, Erde ist Humus und Humus schon vom Wort her dem Erd-gebundenen Humor ganz nahe …
Wurm? Drache? Humor? Gaudi?
Sind wir beim Gaudiwurm!
Jawohl, der Drache hat Humor, ganz entgegen seines angsteinflößenden Rufes. Wer´s nicht glaubt, der stellt sich der wohl schönsten Art von Gaudi-Wurm entgegen oder begleitet diesen wohlwollend: Welchem Wurm? Gemeint ist der Gott sei Dank durch den starken Männerbund „Damische Ritter“ wieder belebte Gaudiwurm Münchens: Der Münchner Faschingszug !
Ein unvergessbares Erlebnis in der Kindheit der 50-er-Jahre, als noch nicht Dauerfasching war und ein Faschingszug eine echte Attraktion, so wie die Schäffler.
„Lang war es unsicher, ob der Faschingszug der Damischen Ritter 2011 zum letzten Mal stattgefunden hat. Pünktlich zum Beginn der narrischen Zeit steht aber nun fest: der Festzug kann auch 2012 wieder, Dank der Großzügigkeit der Stadt, durch die Straßen Münchens, mit neuer Route durch die Innenstadt, ziehen. Wir Ritter freuen uns darauf, die Münchnerinnen und Münchner am 5. Februar 2012 um 13:00h erneut ein Stückerl damischer zu machen.“ (Originalton Damische Ritter).
Denke, da muss man allein schon desz´wenig hin, weil ich mich frage, wie man München mit seiner hysterischen Vergnügungs-Sucht denn noch damischer machen will!Termine: Faschingszug 5. Februar 2012 Beginn um 13:00 Uhr bis etwa 15:30 Uhr
Anschließend Abschlussparty im Hofbräuhaus
Kinderball: 12. Februar 2012 - Einlass ist um 13:00 Uhr (Löwenbräukeller)
Faschingsball Damische Ritter: 17. Februar 2012 - Einlass ist um 19 Uhr (Löwenbräukeller)
Karten für Veranstaltungen: Löwenbräukeller München
info@loewenbraeukeller.com oder Tel. 5472 66 916
Weitere Info: www.Damischeritter.de
Zugweg:
Stiglmaierplatz - Briennerstr. - Königsplatz – Briennerstr. - Karolinenplatz - Briennerstr -Odeonsplatz
Residenzstr. - Hofgraben – Pfisterstr. – Sparkassenstr.
Somit ist der Weg dieses Jahr fast doppelt so lang wie in den vorhergehenden Jahren.
Mein Tip: Hingehen! Dann treffen wir uns sowieso …
Euer Fritz Fenzl

"GRANTY" - wer schützt nun das Wort?
Da ist mir in der Glosse letzter Woche ein Wort herausgerutscht, das eigentlich nur den Gegen-Typ zum Dauergrins-Gesicht, dem gelbfröhlichen Smiley, benennen sollte: Der Granty! L
Und die Reaktion auf den „Granty“ war vollkommen unerwartet. Wer schützt mir jetzt das wertvolle Wort? Wer vertritt mir die Welt-Rechte, wird die Armee von smarten Anwälten befehligen, für den Fall, dass jemand ohne meine Zustimmung ein Dreipunkte-Gesicht mit grantig nach unten gezogenen Mundwinkeln malt?
Aus einem Leserbrief: “ … schreibe ich gleich nach dem Genuss Ihres Smily-Artikels. Ihre Worterfindung „Granti“ finde ich großartig. Das ist ein schönes bayrisches Wort …“
Warum eigentlich nicht, liebe Frau Edith R. Schöne neue, vielleicht gar bayerische, in jedem Falle garantiert un-englische Worte erfinden, um dem SMS-Fetzenliteratur-Betrieb („hdgdl“, habdifganzdoll-lieb; statt „ich habe dich wirklich sehr, sehr gerne“…), entgegenzutreten?
Aus demselben Leserbrief: („Ich werde Granti gleich eifrig in meinem Bekanntenkreis verteilen. Vielleicht verbreitet er sich genauso schnell wie das Kotz-Wort „public viewing“ …!“
Wie wahr.
Wir pappen jetzt nicht nur Smilis (Smileys, Smilys), sondern auch Grantis auf verbohrte Hirnkastl.
Zum Beispiel, wenn im Gebirge einer dieser Mountainbike-Deppen daherkommt. Mundwinkel haben die eh immer nach unten, Biker sind die Nachfolger der Flagellanten im hohen Mittelalter.
Wir vergeben Grantis, vielleicht gar Granti-Grammys.
Wer in meiner Umgebung die widerliche Hetzjagd auf den Bundespräsidenten auch nur erwähnt - bumm, Granti ans Hirn. Und alle die professionellen Angstmacher: Eurokrise, Hedge-Fonds, Weltuntergang, Klimawandel … zack: Granti am Hirn.
Mit grinsgrantelndem Gruß der Fritz Fenzl
Der Smiley – ein sonnigerDauergrinser

Sie fahren … 51, 56, 58... und auch mehr Stundenkilometer. Auweia. Wieder mal nicht aufgepasst. Doch statt einer versteckten Radarfalle am Ortseingang, begrüsst dich ein blinkender Smiley. Ich nenne ihn oder auch es mittlerweile Granty, weil ich selten in den Genuss komme, dass er mich angrinst. Vielmehr begegnet er mir, zumindest wenn ich mit dem Auto unterwegs bin, meist mit herab gezogenen Mundwinkeln. Soll irgendwie der Merkel ähnlich sehen.
Nicht schlecht, mit dieser Idee den Autofahrer auf sein Fehlverhalten hinzuweisen. Ist Ihnen aber schon einmal aufgefallen, wie versmilt unsere Gegenwart tatsächlich ist?
Laut WIKI handelt es sich bei einem Smiley (auch Smilie oder inkorrekt Smily – von englisch to smile = ‚lächeln‘; Mehrzahl Smileys bzw. Smilies) um eine grafische Darstellung eines Gesichtsausdrucks. Ein Smiley wird oft verwendet um eine bestimmte Emotion wiederzugeben oder sie zu verdeutlichen. Der Begriff wird oft synonym zu Emoticon verwendet, allerdings ist ein Emoticon eine auf Schriftzeichen basierende Darstellung, das Smiley aber in der Regel ein grafisches Objekt.
Soweit die halbwissenschaftlich-korrekte Interpretation der Gegenwartshalb-Bildung namens „Wiki“.
Der grinsende Smiley soll 1963 das Sonnenlicht der Welt erblickt haben und schaut sogar auf eine abenteuerliche Geschichte der Logo-Sicherung und der Rechte-Verwertung zurück. Sogar eine „World Smile Foundation“ gibt es. Aber erfindet nicht jedes Kind den Smiley neu?
„Punkt, Punkt, Komma, Strich - fertig ist das Angesicht" … (bei uns im Münchner Stadtviertel Harthof hieß es seinerzeit, ...fertig ist das Arschgesicht!" Anmerkung der Redaktion!)
Inzwischen sind fast alle Emails versmilt, lässt sich der Grinsi doch auch mit Satzzeichen darstellen.
Was es allerdings noch nicht gibt und schnellstens erfunden werden sollte, ist ein Flaterate-Smiley.
In diesem Sinne smilt auf Dauer recht freundlich -
Euer Fritz Fenzl
LICHTSCHWEIF ÜBER BAYERN
Ein Lichtschweif am Himmel hat in weiten Teilen Deutschlands am Heiligen Abend 2011 für „helle“ Aufregung gesorgt.
„Ein Zeichen!“ Was sonst? Das Telefon steht nimmer still. Und dann natürlich der Maya-Kalender: Keiner kann sich der Dumm-Blöd-Dreist-Botschaft entziehen, dass am letzten Tag des bald kommenden Jahres 2012 die Welt untergehen soll€. Kein Zufall, dass mir beim Schreiben das letzte „e“ zu einem Euro-Zeichen verrutscht ist, denn „der Weltuntergang“ ist nichts als eine breit angelegte Angst-Industrie, die von dem lebt, was andere glauben. (wäre eigentlich Sache der Kirche, aber die überlässt ein viel zu weites Feld den Dumpf-Esos).
Also, nachdem ich so viel angerufen, an-gemailt und bei Führungen gefragt werde, wie´s dennweitergeht: Hier die endgültige Wahrheit (!):
Zunächst Fakten, die sprechen.
Nr.1: Der Engel auf Erden, Jopi Heesters, ist am 24. Dezember, also am Heiligen Abend, in den Himmel gefahren. Auf den haben die Engerl schon lange gewartet und ein Freudenfeuer entfacht (heller Lichtschweif am Heiligen Abend).
Fakt 2: Kurz vor Weihnachten wurde unweit Andechs in einem Brunnenschacht ein mysteriöser Knochenmann entdeckt. Alle bisherigen Mutmaßungen, wer das gewesen sei, sind Unsinn: Es handelt sich um die identischen Reste von Karl dem Großen, der beizeiten die Reismühle und den Karlsberg verlassen hat, der dann Andechs gründete (man beachte das „a“ in „Karl“ und in „Andechs“; - Karl, der hier in einem Raum-Zeit-Tunnel versunken ist, über tausend Jahre später als Johannes Heesters wiedergeboren wurde (Jopi konnte ebenfalls irdischen Gesetzen trotzen!), am Heiligen Abend von Starnberg aus gen Himmel fuhr und einen Feuerschweif verursacht hat.
Wenn einer die Wahrheit kennt und sagt, dann ich - sagt für heute Fritz Fenzl
WAS IST DAS
MIT DEM „VORSATZ“?
Zum Jahreswechsel hat das Wort „Vorsatz“ wieder große Konjunktur. Die Medien überschlagen sich mit Vorsätze-Vorschlägen: Gute, selten schlechte Vorsätze, die man haben sollte/könnte oder nicht. Star-Vorsätze sind wie immer: Weniger Kalorien, weniger Rauchen. Also ob ein guter Vorsatz nur im „Weniger“ bestünde.
Allein schon eine Umformulierung tät gut: Statt „weniger Fett“ klänge viel besser eine Formulierung wie „Mehr Obst und Gemüse“. Statt „weniger Rauch“ formulieren Sie doch wesentlich positiver: „Mehr Durchblick“ oder „Saubere Lunge“.
Das Wort „Vorsatz“ steht in keiner Deutsch-Grammatik, wenn man „Vor-Satz“ genau nimmt, könnte es sich um einen vorangestellten Satz handeln, dem ein Komma folgt, also beispielsweise ein Hauptsatz vor dem Nebensatz. Sozusagen der Vorsatz vor dem Nachsatz.
Eine Psychologin (Negativ-Steigerung von „ein Psychologe“) hat im Klassik Radio geraten, keine Vorsätze zu haben, weil die hält eh keiner ein oder durch. Gar nicht so schlecht. Wer wirklich etwas ändern will, so sagt die Dame , - der tut´s! Auch ohne plakatives Datum.
Ist was Wahres dran. Das Einschneidende im Leben, der „Wendepunkt“, die „Erleuchtung“, „das geistige Erwachen“ … wie immer Sie das nennen wollen, es kommt nie eines Datums und selten eines Willensaktes wegen.
Sondern dann, wenn die irdische Komponente mit der überirdischen sich schneidet: Der „Rechte Augenblick“, der Kairos, wofür die Griechen (soso, die Griechen!) einen eigenen flinken flügelfüßigen Gott haben. Der ist so schnell weg, dass man ihn „am Schopfe“ packen muss.
Also weg mit Vorsätzen und bereit sein für Höheres.- Aber ist das nicht auch ein Vorsatz? Fritz Fenzl
Glücksort Sparkasse?
Glück ist keine Statik, sondern immer nur im Zwischen, im Daneben, im Unerwarteten, oft auch im Unsichtbaren zuhause. Wer hat es je gesehen, das Glück?
Gefühlt schon! Glück lässt sich fühlen. Wir sprechen auch vom „Glücksgefühl“. Wobei das Glücksgefühl von den „glücklichen“ Tatsachen sehr oft vollkommen unabhängig ist.
Auch der Mangel an Glück ist fühlbar, fühlbarer sogar als das Glück und der dazugehörige Gefühlswert, die beide oft genug ignoriert werden oder gar für selbstverständlich genommen. Übrigens ist Unglück weitaus sichtbarer denn Glück.
So redet die Alltagssprache, wenn ein Unfall zu benennen ist, von einem Un-Glück. Aber kaum einer sagt:
„Schau hin! Da ist ein Glück geschehen!“ Und das auch noch mit genauer Orts-Angabe.
Es schaut fast so aus als hätte Glück eine direkte Beziehung zu Orten.
Was für ein schönes Wort das wäre: Raumglück! So hat denn hat „der Raum“ neben dem materiell-fassbaren eine gleichwertige seelisch-geistige Qualität.
Glück ebenso. Man muss dem Glück Raum geben. Oder Platz lassen.
Und echtes Glück ist im Kleinen, im Alltag, nie im Großen erlebbar:
Ein Beispiel als dem Alltag, das Glück auf andere Weise begreiflich macht. Regelmäßig muß ich in einer Zweigstelle der Sadtsparkasse für einen älteren Menschen Bankgeschäfte erledigen. Liegt es an mir oder ist dort der Umgangston grundsätzlich zu überdenken? Werde ich nämlich nicht für einen Räuber gehalten, ist mir tatsächlich und wahrhaftig passiert oder muss mir nicht beleidigende Äußerungen anhören beziehungsweise werde nicht einfach stehen gelassen – dann habe ich wahrlich Glück gehabt.
Zum Glück aber und ausgleichend kenne ich bis auf diese eine Ausnahme nur extrem freundliche und kompetente Bankleute.
Euer Fritz Fenzl
HOCHZEIT FÜR FÜHRUNGSKRÄFTE
Tag der Hochzeit, (nicht irgendeine, sondern die Hochzeit!), letzter Freitag, kurz vor zwölfe Mittags:
„Mei, ist des Brautkleid schee!“. Jedenfalls sagen das die Frauen unisono. Und als Mann konnte man beim Anblick sowohl der Braut als auch des traumverloren schönen Brautkleides wirklich nicht wiedersprechen.
Ort: Eine vornehme Hotelhalle in Wien. Da saßen alle Damen vor dem Bildschirm, die in dem Hotel irgend etwas zu tun gehabt hätten. Man sah das an der einheitlichen und eleganten Kleidung. Business-Style.
Als einziger männlicher Gast setzte ich mich dazu. War´s wegen der königlichen Hochzeit selber oder wegen der Damen? Kann ich nicht mehr sagen.
Dann der Höhepunkt: Der Geistliche auf dem Breitbildschirm fragte, ob denn irgendwer etwas dagegen hätte, dass die beiden jetzt ihr Ja-Wort gäben. Und eine Milliarde TV-Zuschauer dachten wohl in dem Moment, dass keiner etwas gegen die Trauung haben könnte. Die wussten aber alle nicht, was in Wien zeitgleich geschah.
Denn ansatzlos durchmaß ein strenger Herr die Lobby. Der sah nicht unbedingt wie ein Gast aus, sondern hatte diese seltsam lächerliche Wichtigkeit aller Vorgesetzten.
Und er schien durchaus etwas gegen die Trauung zu haben, jedenfalls gegen die Tatsache, dass „seine“ Damen den Höhepunkt, das Ja-Wort von William und Kate, live mit ansahen.
Aber allein sein Erscheinen genügte, dass alle „seine Untertanen“ verschwanden. Und das genau an der allerschönsten Stelle, die sogar mich als Spötter (siehe letzte Glosse) zu Tränen rührte.
Später unterhielt ich mich mit Wiener Hexen über die Szene und den taffen Vorgesetzten.
„Ein wirklich guter Chef hätte den Frauen die wunderbare Szene weitersehen lassen“!
„Ein wirklicher Chef darf das nicht durchgehen lassen, sonst nimmt ihn später keiner mehr ernst!“
Und so fort.
Vielleicht war´s in der Kaisergruft, als mir der zündende Gedanke kam: Es gibt eine ganz andere Art zu „führen“.
Und wer das begreift, der hat den Himmel auf Erden. Fritz Fenzl
FLUCHT NACH WIEN VOR DEM ROYALEN ZIRKUS
Was macht man nur, wenn einem „William & Kate“ so wurscht sind wie nur grad was! „Einfach nicht hinschauen…“, sagt da der weise Herr Nachbar.
Aber, eben, das geht nicht. Eine Senf-Oper wie der in jugendlichen Jahren schon fast platterte William und die so herrlich durchschnittlich ausschauende Kate, kreisch. Kate: genau in jener gefährlichen Mitte des Aussehens, bei der Durchschnittlichkeit schon fast den Tarnkappen-Effekt erlangt und man sich nach einem interessanten Schönheitsfehler oder noch mehr Schönheit sehnt, - eine solche Oper der aufgezwungenen Schau-Hin!-Glückseligkeit lässt leider keinerlei Flucht zu.
Das ist schon bei harmloseren Nachrichten und Events so. Man wird damit zwangs-ernährt.
Versuchen Sie, „Japan“, „Stuttgart 21“, oder weitaus wichtiger, die miese Lage von Frisören, - nicht mit zubekommen. Mein Sechs-Euro-Haarschneider ist übrigens Klasse und weiß immer viel zu erzählen … von W & K.
Mainstream-News ausweichen? Ohren zuhalten, Augen verschließen? Einfach unmöglich.
Aber bei den Royals, da tut es richtig weh. Das Gesicht von Charles. Aua. Die ewigen Replays der (wirklich sehenswerten!) und ganz anders gearteten Diana. Endlich wieder der Klassiker: Diana ist gestorben. Tatsächlich? Warum? Wie? Aua. Die Queen hat sich seltsam verhalten. Parallelen von Kate zu Diana. Zu Lady Simpson. Zu den Muppets. Zu …
Waren das herrliche Zeiten, da über Seehofer und Kachelmann Anzügliches berichtet wurde. Göttlich. Das sind wirklich interessante Männer, die sich ihre Frauen und Nebenfrauen auch redlich verdient haben.
Oder Matthäus, ich liebe ihn.
Beckenbauer sowieso.
Bitte, liebe Presse: Mehr interessanten Blödsinn statt W & K. Wie und was Guttenberg alles abschreibt. Oder, enorm wichtig: Das 60-er-Stadion wird 100 Jahre alt.
Ich fliehe diese Woche nach Wien. Wenn dann in der Kaisergruft William & Kate daherkommen, nix tät mi wundern.
Wegen der Protestzuschriften gebildeter Leser: I weiß scho, die englischen RoYal-Clowns sind keine Habsburger. Macht doch nix.
Fritz Fenzl