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RANDGLOSSEN

WIR WERDEN NIEMALS ZUEINANDER GEH´N …!

Das Wahlkampf-Trara bundesweit lässt einen an die Missionierung Bayerns denken:

Der unglaubliche und so schwer verstehbare Erfolg iroschottischer Mönche in Bayern, der meisten „Bayerischen Heiligen“ also, ist wahrscheinlich nicht so sehr eine völlig andere Religion, sondern eine andere Art, die immer gleichen Urbedürfnisse der Menschen zu bedienen und zu befriedigen.
Die Mission kam eben nicht aus Rom, sondern aus keltischem (!) Gebiet.
Und alles war schon da: Fruchtbarkeitsriten, kämpfende und starke Gottheiten, drei Göttinnen, Ahnengeister…
Betrachten Sie die Bestiensäule im „christlichen“ Freisinger Dom. Was für eine vulminante Götterdämmerungsmythologie!
Gar ein Vergleich: Widar, den Rachen des Wolfes sprengend, verschlungene Götter. Dort, wo das Licht ist, - die Frau. Kühne und horizontverschiebende Spekulationen in der volkskundlichen Fachliteratur .. Christus als Auferstehungsmythos der Ahnengeister ... wie wäre er sonst vermittelbar, damals ?
Zeitbezug! Wahlkampf. Und die (noch) geltenden Aussagen, dass Links und Links nicht zusammengehen werden. Wer Geschichte und geschichtliche Dynamik kennt, der weiß (und genießt!): erst wenn zusammenkommt, was angeblich nie zusammenkommen darf; dann entsteht Neues! Und, um bei der Religions-Geschichte zu bleiben, - auch Opfer kommen dann vor: „Analysiert man Martyrertum, so findet sich immer ein verbohrtes gewalttätiges Bestreben im Märtyrer, irgendeine Idee in verletzender oder antagonistischer Weise anderen aufzuoktroyieren …“

Eine herrliche Sichtweise von Prentice Mulford (1843-1891) in „Unfug des Lebens und des Sterbens“, S. 210.
Wenn Neues „ins Leben“ tritt, auch das ein Sterben – und damit eine Geburt. Lieber nicht Opfer sein, sondern beobachten und genießen.

Fritz Fenzl

36 000 EURO WASSERRECHNUG …
Von 1995 bis 2003 hat sich der Gaspreis in München verdoppelt … „ Bezahlte 1995 ein Vierpersonenhaushalt mit einem Verbrauch von 2000 Kubikmetern Erdgas jährlich etwa 540 Euro, so musste er 2003 für die gleiche Menge Erdgas ca. 1.060 Euro an die Werke überweisen. Das ist eine Steigerung von etwa 100 % …“ (Aus einem Info über SWM Energiepreise).

Da gibt es aber noch ganz andere „Steigerungen“, die Stoff für einen Real-Sozio-Krimi liefern:

Stellen Sie sich vor: Sie sind Mieter in einer Münchner Altbauwohnung und kommen eben so über die Runden. Vielleicht müssen Sie nicht hungern, zu viel Geld haben Sie aber bestimmt nicht. Bei Öffnen einer Wasser-, Strom- oder Gasrechnung haben Sie jenes ungute Gefühl: „Hoffentlich ist der Betrag nicht zu hoch…“

Und da beginnen diese düsteren Geschichten, die mir der Stadtrat Marian Offmann erzählt hat. Geschichten in der Art eines grausligen Schauermärchens – nur leider real und nachweisbar.
Am Anfang war die SWM-Rechnung, so beginnen diese Gothic Novels: Zahlenkolonnen, die den Stromverbrauch auflisten. Und dann: Zählfehler der vierten Dimension. Man musste nur von Hand (!) zusammenzählen. Wie das Wasser zum Halse steht …

Erinnern Sie sich: einer Münchnerin wurde der Wasserverbrauch von 13 Millionen (!) Litern Wasser untergeschoben. 36. 000 Euro wären dann zu zahlen gewesen, ein Vermögen, in dem auch die Kosten für Abwasser und Frischwasser herumplätscherte. Die wässrige, aber haarige und übrigens forderbare Berechnung hätte 140 Haushalten entsprochen. Die Frau hat wohl immer noch ein Trauma, denn was der Computer sagt, stimmt. Angeblich.
Hat ihr aber der Mann geholfen, der Weiße Ritter, der mir diese Horrorglosse geliefert hat. Marian Ofmann. Weil er öfter und immer in ähnlichen Fällen hilft, die Webadresse für Leser von Realkrimis oder einfach für Münchner, die Sorgen haben:
www.stadtwerke-beschwerden.de

Fritz Fenzl

ST. BENNO UND MÜNCHEN

Ein Sachse, der nie in München war und der lange vor der Gründung der Stadt lebte, wird Stadtpatron. So san´s, die Nicht-Münchner Kirchenleute.

Bennos Wirken fällt in die aufregende und verwirrende Zeit des Investiturstreits im 11. Jahrhundert, den Papst Gregor VII. und Kaiser Heinrich als wahre Alpha-Männer austrugen. Wie so viele Heilige brachte Benno echtes Herrschaftswissen schon von daheim mit, stammte er doch aus einem sächsischen Adelsgeschlecht.
Mönch in Hildesheim, Kanoniker in Goslar, Bischof in Meißen. Den „Gang nach Canossa“ Heinrichs IV. konnte er sich sparen, da er seine Entscheidungen so traf, dass sie dem Papst gefallen mussten.
Links vom Portal der St. Benno-Kirche in Neuhausen, erfreut ein großer Fisch das Herz des Ankommenden. Die auffällige silbrige Skulptur weist auf eine bekannte Benno-Legende hin:
Der weitblickende Gottesmann soll damals die Zerstörung seines ihm anvertrauten Meißener Domes befürchtet haben. So warf er die Schlüssel in weitem Bogen in die Elbe. Vorher hatte er natürlich die schweren Portale ordentlich verschlossen. Keiner sollte in böser Absicht das Innere des Heiligen Raumes betreten.
Aber der Mensch denkt und Gott lenkt. Als Benno, verkleidet als einfacher Pilger, sich in einem Gasthause niederlies, fragte der Wirt:
„Was darf ich bringen?“- „Was hätten Sie denn besonderes?“- „Fisch“.- „Gut.“
Da brachte der Wirt einen schmackhaft zubereiteten Fisch. Beim Servieren fiel aber der schwere Domschlüssel aus dessen Bauch. Ein Zeichen!
So wird Benno bis heute mit einem Fisch dargestellt, der zwischen den Kiemen die Schlüssel hält. Bitte nicht mit Petrus verwechseln. Im Münchner Dom gibt es den Benno-Schrein … und warum mir derzeit ausgerechnet diese Geschichte einfällt, weiß ich selber nicht. Fritz Fenzl

GELOBTES LAND BAYERN …?

Die Frage, ob Bayern das Gelobte Land sei oder nicht, ist deshalb überflüssig, weil Bayern weit mehr darstellt.

Nach Bayern nämlich wollen alle, in das Gelobte Land wollten nur einige, denen es da, wo sie Pyramiden bauten, nicht mehr gefallen hat. Und die waren sich alles andere als einig, was sie wirklich wollten! Dann der Umzug! Stress, Ärger, feindliche Mächte, ein Goldenes Kalb und diese seltsame Distanz zu den Führungspersönlichkeiten.

Nicht so Bayern. Es bedarf keiner Plagen, um das Volk strömen zu lassen. Ganz im Gegenteil. Das Volk aus dem Norden zieht in Scharen ins freundliche Bayern.

Goldenes Kalb? Einfach lächerlich. Wir in Bayern haben unseren Lifestyle, unser „Sach“ und eine Frömmigkeit, die sich so herrlich mit den heidnischen Wurzeln vermischt hat. Ein Goldenes Kalb hieße bei uns „Brauchtum“.

Um ins Gelobte Land zu gelangen, bedurfte es erst, nach langem Hin und Her, der Zehn Gebote vom Sinai. Und Bayern: Wer hierher will, der kennt die vier Gebote: „Hab viel, kenn' die Wichtigen, schmier kräftig und sei fröhlich!“.

„Ausserhalb von Bayern gibt es kein Leben, und wenn – dann nicht dieses!“- solch urreligiösen Spruch hat einer unserer Stammesfürsten selig, der in Rott am Inn im kleinen Mausoleum ruht und auf die Wiederkehr wartet, gerne zitiert.

Vielleicht hat es der neue Trainer vom FC Bayern etwas leichter als der neue Erzbischof. Denn der Klinsi kennt den weisen Spruch der Väter „Auf die Köpfe mußt du sie schlagen, denn da tut es ihnen weh!“.

Bayern sind anders: weniger gelobt, aber einmalig. „Du stehst auf heiligem Boden …“. So steht's in der Bibel, gemeint ist eindeutig unser Bayern. Ihr Fritz Fenzl

EIN „GEFÜHLTES“ HINHALTEN

Haben Sie´s schon bemerkt? Je gefühlloser unsere Welt wird, desto mehr taucht das Wort „gefühlt“ auf. Wobei „gefühlt“ heißen soll: Ist doch alles nicht so furchtbar.

Das fällt am meisten auf bei den Preisen. Ein jeder spürt, dass alles teurer geworden ist, ja sogar, dass die früheren DM-Preise heute locker in Euros zu berappen sind. Gehälter aber sind beim damaligen DM-Betrag stehengeblieben.

Wie wird die Verdoppelung der Preise genannt? Von einer „gefühlten“ Geldentwertung ist dann die Rede, weil doch nur die Grundlebensmittel so teuer sind, der „Warenkorb“ aber eine ganz andere Sprache spricht. Zum Beispiel können Sie Einfamilienhäuser von hoch verschuldeten und bankrotten Familien günstig erwerben. Ein gefühlter Vorteil? Na ja.

Was noch alles fühlbar ist?

Die Temperatur. Es kann bei wenigen Graden, die noch lange nicht im Minus sind, eine enorme gefühlte Kälte spürbar sein. Vor allem eine seelische. Siehe oben. In Dienstanweisungen taucht die „gefühlte Verantwortung“ auf. Was ist das nur?

Haben bald wir die gefühlte Schwangerschaft? Immer noch besser als der satanische Ausdruck von der Schwangerschafts-„Unterbrechung“. Denn was unterbrochen wird, muss fortsetzbar sein. Da sind wir bei der gefühlten Verrohung, die viele so nicht fühlen wollen.

Gefühlte Größe: ein Turm sieht von oben nach unten immer höher aus als von unten nach oben.

Wer Auto fährt, der kennt die gefühlte Entfernung. Wer die falsch einschätzt, der fühlt bald nix mehr.

Am fühlbarsten: Liebe! „Du, ich spüre eine gefühlte Liebe zu dir ...“, sagt der Maxl zur Irmi und wundert sich, dass die nichts fühlt.

Aus gefühlter Verzweiflung. Fritz Fenzl

BAYERISCHE HEILIGE SIND ANDERS

Heilige sind immer interessant, Bayerische Heilige jedoch sind etwas ganz Besonderes. Nur auf den allerersten Blick sind sie frömmelnde Mit-den-Augen-nach-oben-Schauer. Doch das Gegenteil ist der Fall. Heilig macht nur Erfolg.

Glück? Gottes Fügung? Karma? Nennen Sie es, wie Sie wollen (für Gläubige natürlich ist Gott im Spiel). Nehmen wir so einen …

Der Bayernherzog Theodor, weitsichtig wie alle Herrscher Bayerns, nutzte die Chance, nahm den künftigen Heiligen mit Freuden auf und wies ihm im bayerischen Südosten ein Missionsgebiet zu. Salzburg, die heute noch von tiefer Spiritualität und der Kraft des Ortes geprägte Stadt an der Salzach, wurde dann zum Mittelpunkt des neuen Bistums von ...? Der spirituelle Power-man errichtete innerhalb der Burganlage das Benediktinerkloster Nonnberg. Auch entstand an jener beeindruckenden Felsenwand das Kloster St. Peter und damit ein Zentrum feingeistiger Bildung für den gesamten bayerischen Raum. Unser Mann wurde dort Abt.

Ort und Weg. Der Gotteskrieger scheute die beschwerlichen Wege nicht, er wanderte und predigte sich durch unwegsame Gebirgstäler, erreichte Bauern und Wissende, hatte auch keine Angst vor den schwer zugänglichen Bergpässen.

Und das Talent als Manager! Nicht nur das: Wahre Heilige brachten vor allem andere dazu, im eigenen (heiligen?) Sinne anzupacken. Das nennt man dann „Führungsqualität“. Die meisten bekannten Heiligen der frühen Christenzeit hätten heute als Top-Manager allerbeste Chancen.

Der, den wir suchen, war so ein Mann des Denkens, auch des wirtschaftlichen Denkens, ein Kerl des unbedingten Wollens und der Tat. Er sah mit klarem Auge, dass die Ostmission Bayerns der finanziellen Absicherung bedurfte: So beschloss er eine Beteiligung an der recht einträglichen Salzgewinnung der gesamten Region. Hallstatt, Hallein, Salzburg, schon die klingenden Namen künden von dem Weißen Gold in der Tiefe von Mutter Erde.

Sie wissen inzwischen, der Gesuchte ist Rupert, (gar aus dem Geschlecht der Merowinger und mit der Blutlinie Christi verbandelt ...?), „Hrodbert“, nach dem der Ruperti- Winkel benannt ist. Ein Manager, der sich selbst im Griff hatte, - genau das unterscheidet die Heiligen der frühen Missionszeit von unseren zeitgenössischen und so jämmerlich notgeilen Manager-Egomanen. Ihr Fritz Fenzl

Aus Starnberger Merkur vom 19. Januar 2007 

Ja mei 2008 - oder „ Warten worauf?“

Sie brauchen eine neue Geschäftsidee? Wie wäre es denn mit der Eröffnung eines exklusiven Raucherclubs? Wie ich darauf komme? Durch mein Stamm-Zigarren-Geschäft in den Fünf Höfen. Dort hat der Besitzer auf die bange Frage „Wie wird sich denn der staatlich verordnete Nichtraucher-Wahn auf´s Geschäft auswirken ..?“ zu meiner Überraschung sehr gelassen mit „durchaus positiv!“ geantwortet.

„Wie bitte?“

Weil sich nämlich, so die Begründung, die Spreu vom Weizen trennen wird. Bald werden, wie in der Vergangenheit, exklusive Raucher-Clubs entstehen, vielleicht gar mit Kleiderordnung. Muß ja nicht gleich der Smoking sein, der zu Urgroßvaters Zeiten extra fürs Rauchen angelegt wurde. Kultivierte Menschen werden sich künftig wieder bei einer guten Zigarre über Themen unterhalten, für die sonst nirgends Platz wäre. Der Umsatz von edlen Tabakwaren aber wird ansteigen. Sagt mein Zigarrenfachgeschäft.

So wird es kommen. Schon fragen mich Raucher von München bis nach Augsburg, ob ich Menschen kenne, die sich, vielleicht im Anschluss an eine interessanten Kraftort-Wanderungen, zu einer guten Zigarre zusammen setzen wollen. Das Forsthaus im Mühltal denkt bereits daran, einen separaten Raum bereitzustellen. Mitgliedschaft, geschlossene Veranstaltung, und so.
Spannende Themen werden uns nicht ausgehen? Vielleicht greifen wir das Überlebensthema unserer fast verlorenen Gesellschaft auf, das bald alle, die noch normal sind, am allermeisten druckt. Werte und sonst nichts. Schon schreibt ein weltbekannter Benediktiner einen Bestseller, in dem schonungslos analysiert wird, wie weit wir schon (unten) sind. Pfarrer Konrad Schreiegg kommentiert das wunderbare Bestseller-Buch von Abtprimas Notker Wolf „Worauf warten wir?“ im Starnberger Kreisboten:
„ … deckt in Deutschland und in uns Deutschen Fehlentwicklungen auf, mit denen wir uns scheinbar schon arrangiert haben, unsere Angst, die Wahrheit zu sagen, unsere Zwanghaftigkeit, uns mit allem Fremden sofort zu arrangieren, unsere Mutlosigkeit …“ usw., usw. (Kreisbote vom 2.1.08, S.2)
Unsere Zwanghaftigkeit, uns mit allem Fremden sofort zu arrangieren! Auf einmal werden Dinge gesagt, die gerade noch tabu waren. Wer mit der Jugend umgeht, der kennt die tiefe Sehnsucht nach Werten und echten Vor-Bildern. Wir aber reden schön, verstehen jeden und sind von neurotischer Angst getrieben, intolerant zu sein. Wir werfen uns selber weg. Aber nicht mehr lange.
Der einzige Wert, der mit Klauen und Zähnen verteidigt wird, ist die vorgeblich reine Luft in Gasthäusern …
PS: Wer an Zigarren-, Raucherclub- und Gesprächs-Kreisen interessiert ist, Mail genügt: fenzl@magische-kraftorte.de.

ALLES GUTE, MÜNCHEN, IM GEBURTSTAGSJAHR

Wer es noch nicht mitbekommen hat: München feiert ein Jahr lang Geburtstag. Grund genug, sich Gedanken zu machen, noch dazu, weil die „Münchner Stadtgeschichten“ schon im Weihnachtsgeschäft ausgegangen waren. (stiebner-Verlag Nymphenburg; nun im Januar als überarbeitete Neufassung!)

Geschichte ist (so scheint mir), nur dann überarbeitenswert, wenn man Fehler gemacht, wenn sich völlig Neues ergibt (das so genannte Neue ist aber zumeist uralt und dient zumeist nur der Profilierung blasser Archivare).

Geschichte umgeschrieben muss auch dann werden, wenn die aktuell herrschende Ideologie eine völlig andere Betrachtungsweise erzwingt. Das ist aber alles nicht der in München Fall. Noch nicht. Gottseidank.

Überlegung: Bewegt sich „Vergangenheit“ immer noch, wenn sie längst keine Vergangenheit mehr ist - oder bleibt sie, wie sie ist?

Wenngleich die Vergangenheit bewegt war, ja München in äußerst bewegter Zeit von seltsamen Denkern gar als „Hauptstadt der Bewegung“ apostrophiert wurde; - eine Bewegung in der Vergangenheit ist dennoch eine Statik, denn Vergangenheit ist Vergangenheit und bewegt sich nicht mehr.

Oder etwa doch ..?

Das ist es nämlich. Geschichte, wenn sie erzählt wird, gewinnt Leben aus der Vergangenheit und die Vergangenheit wirkt natürlich hinein ins Jetzt.

Was war, wird sein und was sein wird, war … jetzt! Herrliches Paradoxon. Nur so lässt Welt sich begreifen.

Nennen Sie es Gottes Willen, Evolution, Entwicklung, Ahnenbewusstsein, Kollektives Unterbewusstes, Erberinnerung, genetischer Kode, Kultur, Tradition, Religion, Philosophiegeschichte, Weltengeist, Höherer Sinn, Transzendenz, Weiterleben oder gar Unsterblichkeit:

Sagen wir etwas salopp: Wurstigkeit auf hohem Niveau…. Das ist München. Bestimmt nochmal 850 Jahre lang! Fritz Fenzl

RAUCH VOM VERGANGENEN JAHR

Eine düstere Vision baut sich vor mir auf. Im neuen Jahr wird sich irgendwann die depperte Raucher- und Nichtraucher-Debatte gelegt haben. Es wird alles so sein wie immer. Wahrscheinlich ohne Raucher in den Kneipen. Und das Schlimme (oder Schöne? Oder Schönschlimme?): die Welt wird sich weiterdrehen. Nur mit besserer Luft in den Kneipen und öffentlichen Räumen. Einige werden aus der CSU ausgetreten sein wegen der Nichtraucherei und andere werden eingetreten sein. Ja mei.
Ein lustiges Bild wird vielleicht den Alltag bald beleben: Zitternde Suchtraucher, die in Gruppen oder alleine bei klirrender Kälte im Freien stehen, - wegen des „Genusses.“

Aber das alles zählt nicht. Der Witz an der Raucher-in-Kneipen-oder-Nichtraucher-Diskussion ist doch gar nicht, ob geraucht werden darf oder nicht und wenn wie und wo und warum und wielange:
Das Geniale an der Raucher-Debatte, das ist das Thema selbst:
Plötzlich kann jeder Hanswurst mitreden!
Es braucht, um Gehör zu finden oder Leserbriefe zu schreiben, keinen besonderen Schulabschluss, keine sonstige Vor-bildung, keine Arriviertheit, es gibt hier ausnahmsweise keine Standesschranken, ja, es braucht nicht einmal Intelligenz:
(Um böse zu sein: Intelligenz schadet sogar, wie die Diskussion der vergangenen Monate zeigt):
Jeder darf engagiert seine Meinung ablassen und wütend für oder gegen etwas sein.

Solche Themen sind rar. Simpel sind sie , blöd, aber für alle so herrlich nachvollziehbar. Eine Diskussion „Pelzjäckchen für Zwergpudel“ ist sicher lustig und ebenfalls belebend, interessiert aber nicht einmal alle Hundeliebhaber.
Auch beim jährlichen Treffen der Nobelpreisträger gibt´s interessante Themen, aber wer kann da schon engagiert mitreden?
Aber vielleicht reden die auch stundenlang nur darüber , ob geraucht werden darf oder nicht …

Gebt uns wieder ein Depperl-Thema, wenn die Raucherdebatte beendet sein wird, fleht der Fritz Fenzl

In oder längst schon out??? 

DER WEIHNACHTLICHE DEKO-IRRSINN
Anfangs dachte ich wirklic h, ich müsste die Polizei holen! Da kletterte doch tatsächlich bei uns um die Ecke ein Dieb die Hauswand hoch, vielmehr, er hing fest. Gott sei Dank, sagte ich mir, ein leichter Fang für unsere Ordnungshüter. Da nützt dem Mauerkletterer, der bestimmt vorhat, eins der Fenster zu stürmen, auch seine rote-weiße Verkleidung nichts. Glaubt wohl gar, ich falle auf die Täuschung herein.
Ich hab' mich blamiert, zugegeben. Der Nikolaus war ein Nikolaus und kein Dieb, sodern eine überdimensionale Puppe. Das ist etliche Jahre her. Damals nämlich sind diese komischen kitschigen Kletterpuppen aufgekommen. Inzwischen hängen die Strickleiter-Kasperl flächendeckend überall da, wo sie partout nicht hinpassen. Vor viel zu mickrig geratenen Reihenhäuser, oft noch im Eigentum der Bank. Vielleicht erhofft sich der Häuslebewohner ja durch das Anbringen des Maskotchen, dass auf wunderbare Weise die Schulden erlassen werden?
Weihnachten der Neo-Post-Moderne im grässlichen Deko-Wahn:
Da wird aufgerüstet im Stellungskrieg der elektronisch gesteuerten Blink-Anlagen. Je lichterkett, desto christmas. Sprich im Deppendeutsch: X-Mas. (Icksmäs)
In Schaufenstern stehen rockende und Hüften schwingende Nikoläuse, es gibt Sternderl-Ketten und blau dimmende cool-künstliche Eiswürfel. Sogar Knut als Weihnachtskugel ist unter uns. Und was aus Rentieren alles zu machen ist, übersteigt jeden Elch-Test.
Engerl! Flügel! Heiligenscheine!
Neu, schaurig, unschön und grenzenlos geschmacklos: Wer sich den Rücken auf ewig verschandeln will, für den sind Engerl-Flügel als Tattos im Angebot.
Jeder Tollwood Geschädigte weiß längst: Tattoos und Tätos als Weihnachtsgeschenk:
Warum nicht mit Zerstörung dem Mitmenschen eine Freude bereiten! Proletenstempel auf die Haut - und bei der Post der klassische Weihnachtsstempel, allerdings auf den Briefumschlag.
Idee: Der offiziellen Christkindl-Stempel mit Datum auf den Körper, gar auf den A …
Nach dem Motto: Weihnachten ist überall, wo Menschen mit edler Gesinnung zusammenkommen … Fritz Fenzl

Geliebte Missklänge
Die Missklänge aus dem Rathaus waren nicht zu überhören. Dank Holländer klingen die Glocken des Glockenspiels nun so, wie sie eigentlich von Anfang an hätten klingen sollen.
Touristenattraktion
Das Münchner Glockenspiel auf dem Marienplatz, eines der sympathischen Wahrzeichen der Stadt München, Hingucker ohnegleichen, Massen-Kristallisationspunkt und Hälse-Ausrenker für Generationen und Touris aus allen Erdteilen - lange hat das Glockenspiel für schrille Mißtöne gesorgt:
Nach fast hundert Jahren in Betrieb waren die Glockenspiel-Glocken so schlimm verstimmt, dass bei Einheimischen und Touristen keine Stimmung mehr aufkommen mochte. Bestenfalls Verstimmung zwecks der eigenartigen Tonart.
Als ob es im Münchner Rathaus nicht genug Verstimmung auf interner Ebene gäbe!
Verstimmt von Anfang an
Quellen (und das Internet) berichten nun, dass das Glockenspiel schon bei der Einweihung im Jahre 1908 verstimmt gewesen sein soll, der Klang war eben nicht ganz sauber. Die misslichen Klangabstufungen wollen fein-ohrige Zeitgenossen gehört haben.
Gerade diese aber war und blieb lange Zeit liebenswert. Wer hat denn das schrullige Gebimmel wie aus Blechkübeln herab vom Rathausturm seit der Kindheit nicht positiv im Ohr?
750000 Euro für reinen Glockenklang
Jetzt, des 850sten Geburtstags wegen, sind alle Glocken in Holland gereinigt worden.
Die Sanierungskosten: Rund 750.000 Euro. Mehrere Stücke nämlich aus der Bekrönung der Rathausspitze haben herausgesägt und mittels eines Krans nach unten gehievt werden müssen. Hat doch die schwerste Glocke des Spiels einen Durchmesser von 1,18 Metern und ein Gewicht von über einer Tonne!
Glockenrein ist nun der Klang - schade eigentlich. Machte nicht gerade das nicht Perfekte den Reiz des Glockenspiels aus. Fritz Fenzl

NIKOLO UND NEUER DEUTSCHER SPIESSER

Der neue deutsche Spießbürger ist keineswegs alt und irgendwie von gestern. Ganz im Gegenteil. Er trinkt Kaffee, nicht aber im Kaffeehaus. Nein, er sitzt mega-cool im Starbucks-Cafe, die Beine entspannt angespannt, das stylistische Laptop von „apple“ aufgeklappt und demonstriert eine urban blödartige Dauerbeschäftigung mit irgendwas.
Richtige Arbeit hat er zumeist keine, aber das weiß er nicht; die Zeit bis zum Rauswurf in seiner coolen Firma der newer economy mimt er den King.
Am Kopf das Bluetooth-Micro (Kenner wissen längst, was ein headset sei), er redet mit sich selber wie ein Kretin mit galoppierendem Realitätsverlust, aber bei näherem Hinschauen sieht man die technische Connection: Er ist online.
Das Wort „Verbindung“ kennt er nicht, so wie die meisten deutschen Bezeichnungen; sogar die drahtlose Internet-Funkverbindung „wireless lan“ heißt in seiner Depperljargon längst Wlan (sprich wielän).
Der Kaffee in dem modischen Coffeshop, das verschmutzt ist, ohne Wandschmuck mit Sitzmöbelminimalismus und dem Boden voller Halme und Pappbecher, ist restlos überteuert. Die Turbo-Ausgabe des NDS (Neuen Deutschen Spießers) sitzt schon gar nicht mehr auf dem verschmierten Kunstledersofa, sondern rennt mit Pappbecher durch die City, immer demonstrierend: Meine Zeit ist knapp, ich werde gebraucht, ich habe Termine, ich bin very busy.
Der Neue Deutsch Spießer trennt den Müll, jeder Joghurtbecher wird nach Bio-Faktor entsorgt, um dann in einer gemeinsamen Großraumtonne zu landen.

Nikolaus?
Kennt der NDS nicht mehr. Dafür aber den Weihnachtsmann, Rot und Weiß wie die Cola-Dose, ständig „HoHoHo..!“ ausposaunend.
Der Neue Deutsche Spießer braucht zudem ein „Navi“, auf Deutsch GPS, um dich zu finden. Selbst beim Gang um die Ecke kommt er nicht ohne aus. Er läßt sich beobachten, obwohl er so bedeutungslos ist, dass selbst die Satelliten gelangweilt abschalten.
Lieber Nikolaus, steck sie doch doch alle in Deinen Sack! Vielleicht darfst Du dann auch wieder mit Deinem von Rentieren gezogenen Schlitten kommen und mit den Kindern Weihnachtslieder singen.
Fritz Fenzl

WAS GLAUBT IHR, WER IHR SEID

Für einen Sprachführer „Bayerisch“, der die wahren Feinheiten unseres Sprachgebrauchs ausloten will, wäre diese herrliche Formulierung „Was glaubt ihr eigentlich, wer ihr seid ..?“ geradezu unerlässlich.
Derjenige, der den wundersamen Ausspruch tut, („ ja was glaubst denn du, werst du üwahaupt bist!) der weiß, dass er meilenweit über dem Angesprochenen steht.
Oder dass er sich meilenweit und haushoch darüberstellt.
Es gilt dann lediglich noch zu zementieren: der Sprecher ist der King, der andere, (der ja noch nicht einmal weiß, wer er ist), - der ist der Depp.

Politiker denken so etwas über ihr Stimmvieh, durften es aber bislang noch nicht nicht aussprechen, sie müssen vielmehr so tun, als wäre das Volk „etwas“ (hätte etwas zu sagen und mitzureden) und all die Nichtse wären kein Nichts nicht.
Auch ein Fußballpräsident muss (normalerweise) so tun, als nähme er die Fans in den Billigkurven ernst. Das Volk also.
Das ist die so brisante Parallele der Hoeneß´schen Wutrede zur aktuellen Aussenwelt! Denn der Fußball spiegelt doch immer den Zeitgeist wider: Das „Was glaubt ihr denn...?“ zeigt gnadenlos auf, was zwischen unterer Gesellschaft und der so genannten Herrschaft passiert ist.
Bislang wurde das Volk gehätschelt, man konnte die, die nichts sind, wenn sonst schon zu nichts, so doch für die Stimmung gebrauchen.
Das Volk wiederum spielte mit, für billiges Vergnügen vergaß es alles. Die Stimmung „stimmte“.

Das hat sich nun geändert. Man braucht das Volk nicht mehr und all die gesalbte Schönrednerei bröckelt. Das Volk (die Fankurve) indes murrt, klagt ein, stellt Ansprüche. Wenn die wüssten.
Nur: die Ansprüche kann und will keiner mehr bezahlen. Oder auch nur hören.
Und so wird die Rede der Oberen deutlicher, weil wahrer:
Was glaubt ihr eigentlich, wer ihr seid ..?“
Bald schon werden sie wissen, sie sind.
Fritz Fenzl

KUSCHELTIERE UND ELEKTRONIK

Eine Wärmeflasche mit Namen „Kissen Rentier“?
Oder doch der süße weiße Schneehase mit den pinkigen Schlappohren! Nein, dann lieber den bärkauzigen „Santa in the Box“, das ist ein Bären-Nikolaus Schachterldeifi.
Und Elektronik ohne Ende …
Worum geht´s? Um die längst eingeläutete Zeit des Wünschens, Planens und Einkaufens; in diesem Falle um den Klassiker der Weihnachtsgeschäftes, - die herrlichen Spielsachen.
Seit Wochen flattern bunte Kataloge ins Haus, - und lassen stauen: Klassiker sind immer noch gefragt!
Da ist die hölzerne Ritterburg, überhaupt das ganz schlichte Spielzeug aus hellem und lockendem Holz scheint eher im Kommen denn im Verschwinden
Und natürlich: der Teddybär. Was wäre die Kinderwelt ohne den?
Puppen kommen etwas „styliger“ daher als ich dies aus den 50-ern in Erinnerung habe: Aufgemotzt wie Barbie erinnern sie an entmenschlichte Amerikanerinnen, oder Cover-Ladies; geschminkt, bläd, aufgespritzte Lippen, frankensteinhaft, aber in der irrigen Annahme, unwiderstehlich zu wirken. Wie halt im wirklichen Leben auch.
Spiele! Wie schön, alle „Klassiker“ wieder zu finden. Scrabble, Schach, Monopoly. Von wegen ärgern, - nur freuen: Das „Mensch ärgere dich nicht“ hat noch dasselbe Outfit mit dem Sich-die–Haare–raufenden Mitmenschen wie zur Zeit der eigenen Kindheit.!
Autos! Bagger, Lastwagen, die Carrera-Bahn. Und da! Das Feuerwehrauto von Schuco mit dem Suchscheinwerfer rechts vorne und der auf das Dach gesteckten Leiter! Ich habe den roten Bubentraum wochenlang im Schaufenster angeschmachtet und dann unter dem Christbaum wiedergefunden. Ein Magirus-Wagen, ich erinnere mich genau.
Der Preis! 64,95 Euro weist der Katalog aus. Hoffentlich haben meine armen Eltern das Autschgerl damals billiger erstehen können.

Überhaupt, die Preise in diesem Katalog sind wahrhaft weihnachtlich, fast irreal. „Aber es geht uns doch allen besser …!“, höre ich rufen.
Doch Gnade denen, die nicht (mehr) mitspielen können. Fritz Fenzl

MAN DENKT NIE ZU FRÜH ANS PASSENDE GESCHENK

Sind sie schon einmal „Tandem“ gesprungen? Nein, nicht mit dem doppel-Fahrradl über eine heiße Stolperschwelle am Stadtrand hechten, sondern mit dem Zweier-Fallschirm? Abi geht´s. Das im wahrsten Sinne des Wortes bodenlose Gefühl eines Absturzes aus mehreren tausend Metern? Als Weihnachtsgeschenk? Das gibt es.
Schenken Sie es denen, die sie wirklich lieben.
Wählen Sie aus dem Katalog des Anbieters: einen Hubschauber selber fliegen (wie soll das gehen? Aber es wird angeboten), ein Manager-Hochseil- Kletterakt, Free-Climbing an Hauswänden, gefrorene Wasserfälle hochklettern (Rutschgefahr!); oder einfach nur der Klassiker für all jene, die sonst nichts erleben: das unverwüstliche Bungee-Jumpen. Ach ja, nicht vergessen, Panzerfahren. Sie können unter Anleitung einen echten Panzer steuern und mit der Bordkanone auf etwas schießen. Hab ich mir schon immer gewünscht.
Preislich ist die Richter-Skala nach oben offen, am teuersten wird der Düsen-Kampfjet, da müssen sie auch noch einen strengen Body-Check absolvieren vorher.

Dabei ist so viel Aufregendes auf dieser Welt zu erleben, das keinen Cent kostet:
Einen neuen Kraftort entdecken. Sich neu verlieben. Einen alten deutschen Spielfilm anschauen, ganz ohne Gewaltsequenzen. Mit einer Münchner Bedienung streiten (echt gefährlich, nichts für Weicheier).
Oder das Leben genießen, ohne zu jammern. Oh, wenn man das verschenken könnte!
Meine Geschenk-Idee: Ich werde allen, die ich kenne und die mit mir zu tun haben, nichts mehr vorjammern. Gar nichts. Denn der alldeutsche Trauer-Singsang (wie teuer doch alles geworden ist / die Streikende Bahn / der Transrapid / wie schlimm die Jugend angeblich sein soll / der Bierpreis steigt schon wieder / es ist viel zu warm (!) , und ähnlicher Blödsinn: das alles geht mir schlimm auf den Senkel.
Ich lasse mich nicht mehr anjammern, dann geh ich weg, bis ich Menschen treffe, die das Leben schön finden. Ich persönlich finde sogar einen verregnet-verschneiten Novembertag einsame Klasse. Fritz Fenzl

MÄNNER UND MÄNNERSPIELE

Wissen Sie, wo Großalmerode liegt? Lieber nicht mehr verraten, denn hier gibt es einen Spielplatz für Männer, ein achzig Hektar großes Gelände, auf dem für wahre (!) Männer die Erfüllung möglich ist: Männerspiele spielen.

„Wie bitte ..!“, höre ich den geneigten Leser ausrufen, „ .. Männerspiele?“ Und das in einer Zeitung, die umsonst verteilt wird und auch Kindern in die Hände fällt.
Aber, keine Angst: Mit Männerspielen sind wirklich die Männerspiele gemeint (ich schreibe diesen Männertext heute am Tag des Mannes), die Männer schon als Kinder in der Sandgrube am liebsten spielen.
Jeep und Quad fahren, Riesenbagger betätigen, Kräne schwenken lassen, schwere Lasten anheben und senken, Raupen und Angst einflößende Bulldozzer bewegen, Dämme aufschütten, Schüttelrampen und Rüttelwalzen anwerfen, Betonmischer Beton mischen lassen … wer´s will, der darf auch mit der ganz normalen Schaufel ein Loch graben und wieder zuschütten.
Kein Mensch muß hier duschen oder in adretter Kleidung Damen entgegen treten; und sei er noch so dreckig von der (freiwilligen) Arbeit: alles recht so!
Herrlich; LIEBE Mit-Männer, da müssen wir hin. Sie wissen schon, Großalmerode ..?

Eigentlich schade, daß es in allernächser Nähe hier in München keinen Spielplatz für richtige Männer gibt. Dabei ist doch auf Schritt und Tritt eine Baugrube nach der anderen zu beobachten.

Kann mir denn keiner sagen, wo ich in meiner Freizeit „Eisenbiegen“ kann? Das soll doch die schwierigste und Schweiß treibendste Tätigkeit am Bau sein. Oder umsonst schaufeln und Ziegel schleppen! Vielleicht Knochenarbeit beim Verlegen von Trambahnschienen. Das würde mir schmecken. Oder ein Abbruchunternehmen!
Das wäre wirklich was für mich:
Die tonnenschwere Abbruchbirne schwenken dürfen! Bumm. Wieder daneben.

Stattdessen schreiben, Lehrpläne beachten, Fahnenkorrekturen, Stadtführungen …
Fühl´ mich total unausgelastet als Mann …
Fritz Fenzl

Formel 1 - Verlegung nach München

Die gesamte Umgebung des Münchner Tierparks Hellabrunn atmet auf jedem Quadratmeter spürbar schöpfungskräftige, zugleich himmelstrebende wie erdgebundene Energien des fließenden Wassers.
Dort der wundersame, nach Erdteilen und nicht nach Tiergattungen konzipierte Tierpark Münchens, er wurde 1911 eröffnet und von Wissenden wie selten ein anderer zoologischer Garten als laut vernehmbares „Ja!“ zur Schöpfung angelegt. Und die Wallfahrtskirche Maria Thalkirchen, hochherrlich auf einem Hügel mitten in der Stadt gelegen…

Wallfahren heißt, „hingehend sich bewegen“.
Von der Marienklause aus an der malerischen Marienbrücke isaraufwärts gelegen; also ziemlich genau südlich von Maria Thalkirchen, pilgern Sie am östlichen Isarufer flussabwärts bis zur Tierpark-Brücke (auch Thalkirchner Brücke genannt), dann über dieses moderne und dennoch malerische Hängebauwerk bis zu Maria Thalkirchen… zu beschaulich, das alles?
Deshalb eine andere Idee:
München braucht unbedingt einen Formel-1-Zirkus! Eben ein Parcours vom Tierpark über die Brücke hinein in die Altstadt, unbedingt um den Dom rum; am Thomas-Wimmer-Ring ein Hauch Monta Carlo, dann wieder weiter Maximilians- und Sonnenstraße, Viktualienmarkt, Goetheplatz, über Brudermühlstraße zum Tierpark, beim Elefantenhaus eine kühne Parabolica, und zurück.
München braucht das.

Wenn so eine Idee erst einmal da ist, und Sponsoren gefunden sind und schließlich (wie immer in solchen Fälen) gedroht wird, dass sonst andere Städte diese „einmalige Gelegenheit“ wegschnappen … dann haben wir´s. Zur Winterolympiade dazu. Nach all den Events und MTV-Awards, egal zu welchem Festtag, muß ein jährliches Formel-1-Rennen her! Unbedingt.
Durch Wohngegenden hindurch , wegen der vermietbaren Fensterplätze. Nicht lachen. Irgend ein Irrer wartet schon mit der Idee. Fritz Fenzl

Die lange Nacht - einmal anders gesehen

„Kommst´ mit zur „Langen Nacht der Münchner Museen?“, fragte vergangenen Samstag eine kunstbegeisterte Freundin. „Warum nicht? Kann mit gar nicht vorstellen, wie man das durchhält, eine Nacht lang Museen anschauen!“
„Wird schon werden.“

Also gut. Beginn am Odeonsplatz. Von hier aus starten die Shuttle-Busse des MVV. Alles wirklich bestens organisiert.
Aber kalt ist es an diesem 21. Oktober. Der Winter hat sich diesmal rechtzeitig durchgesetzt. Temperaturen grad so über Null. Es spielt eine Blues-Band – und es gibt Glühwein und Schnaps. Nach einer Stunde ist uns wärmer.
„Sollten wir nicht doch ein Museum anschauen?“ Weiter. Der MVV bringt uns zur Lenbach-Galerie. Einbildung, oder ist es am Königsplatz noch frischer als am Odeonsplatz? Zum Glück hat vor der Lenbach-Galerie im Prunkgarten des Künstlerfürsten ein Standl mit verschiedenen Schnäpsen auf. Nach einer Stunde frage ich die Freundin: „Wer ist eigentlich Lenbach?
„Vielleicht ein Getränk“, lallt sie, „oder eine Wirtschaft.“
Wir setzen die Tour fort, trinken an den beiden Pinakotheken, beim Nationalmuseum, vor der Villa Stuck. Irgendwo, zwischen Schack-Galerie, Haus der Kunst und Bayerischem Nationalmuseum haben wir endlich herausbekommen, wo der mobile Bierflaschen-Verkauf steckt. Sind uns doch von Anfang an die Bierflaschen in den Händen der jüngeren Kunstfreunde aufgefallen.
Am Staatlichen Museum für Völkerkunde rülpse ich: „Wir sollten noch das Residenzmuseum besuchen, gleich am O..“

„Odeonsplatz ..“, will die Freundin sagen, aber sie kippt um. Zuviel Alkohol.
„Na dann nächstes Jahr. Das war einfach zu viel Kunst auf einmal.“
Wie wär´s mit der Langen Nacht der Münchner Säufer?
Fragt Fritz Fenzl

Ein Tempel der Neuzeit

Am Petuelring, zwischen Mittlerem Ring und BMW-Hochhaus, da prangt nun jenes Credo, das echte „Ich glaube!“: Glaube nämlich an schnelle Autos und Technik; ein Tempel (was sonst) aus Stahl und Beton und vor allem Glas: Stadtskulptur, Doppelkegel, Sanduhr ... was alles fällt einem noch ein? Auf 14500 Quadratmeter Glas spiegelt sich der Münchner Himmel auf der neuen BMW-Welt.

Und der Liebe Gott wundert sich, wie ernst der Materialismus hier unten auf Erden genommen wird. So darf man für die Neuauflage der Münchner Stadtgeschichte zum großen 850-er Stadtjubiläum 2008 feststellen: BMW-Koloss am Petuelring mit 73000 Quadratmeter Brutto-Geschossfläche fertiggestellt.

Ein interessanter Gedanke dabei ist, dass nun jede Glaubensrichtung ihren Stadt-Tempel der besonderen Art hat: die großen Konfessionen sowieso, (der Liebfrauendom wirkt dabei vielleicht etwas antiquiert, mehr Glas wäre denkbar), andere hoch angesehene Glaubensrichtungen sind ebenfalls mustergültig vertreten; dann der wunderbare Mercedes-Tower, umflossen von der lebendigen Kraft des Verkehrs der Donnersberger Brücke! Und auch noch der aufgegangene Daimler-Stern über allem , sich beständig drehend, die Weihnachtsgeschichte verblasst dagegen! Denn die drei Weisen aus dem Morgenlande hätten, wenn die Welt so weit gewesen wäre, den Daimler-Stern noch strahlender strahlen gesehen als den von Bethlehem ... und hätten vielleicht nicht einmal zu Fuß gehen müssen … doch lassen wir das.

Denn der wahre und einzige Glaube hat längst das attraktivste spirituelle Zentrum für seine Weihespiele: das ist die Arena, die abwechselnd in den Schöpfungsfarben des Meeres (blau) und der untergehenden Sonne (rot) erstrahlt. Fröttmaning.

München leuchtet, - aber wie.

Euer Fritz Fenzl

Man spricht Deutsch - spricht man wirklich?
„Deutsch ist die Sprache derer, die deutsch sind, aber nicht deutsch können“.
Dieses herrliche Zitat des klassischen Könners der Schauspielkunst, Peter Fricke, findet sich in einem Rauchermagazin. Eine fein gemachte Zeitschrift für Lebensart oder aber auch life-style für fashion user. Darin werden durchaus anspruchsvolle Themen behandelt, sich dennoch, anglizierend „Smoker´s Club“ nennt.
Lesen wir also weiter im Smoker´s Club, regen uns auf oder auch an über Modewörter und Modewendungen, die bald schon monatlich, wenigstens jährlich wechseln.
A day in my life:
Also sunrise, der Tag beginnt, ein kleines warm-up, dann winkt die business-Welt. Stress und taffe Typen, im scoolbusiness eher uncool bis auf die kids, aber coolness siegt.
Mit einem wort: business as usual.
Dann, dazwischen ein cool-down, etwas shopen, very lecker im store sushi-feeling in einer over-geilen location.
Vielleicht noch zum hair-cut, dann finish, ready zum evening-event.
Kids? No problem.
Feelings? What shalls.
Es geht aber auch auf deutsch, endkrass und worthülsen-blöd: Letztendlich, total, betroffen, vor allem und immer: Vor Ort (denken Sie doch einmal nach, wo sich einer im Bezug zum Ort verhält, wenn er vor Ort ist). Don´t worry, be happy.

Normalo-Versuch: Peter Fricke beklagt in einer edlen Raucherzeitschrift, dass wir sprachlich verblöden. Warum alles auf Englisch? Und wenn deutsch, dann mit dummen Worthülsen?

Gut, dass wir in Bayern sind und noch g´standene Schimpfwörter haben.
Blädahundbläda. Das sitzt. Echt cool.
Ihr Fritz Fenzl

NEUE IDEEN FÜR POLIT-IRRE

In meinem kleinen Büro für spinnerte Ideen (BFSI München) stehen die Telefone nicht mehr still. Dauernd ist Gabriele Pauli dran und fleht:
„So etwas wie die Sieben-Jahres-Ehe! Das war genial: Wahnsinnig, undurchführbar, unchristlich, gegen jede Ethik, Moral und Tradition … und dies täglich in der Zeitung!
Lieber Herr Fenzl! Haben Sie nicht noch so eine Idee für mich?“
„Äh ...“, sagt ich gedehnt und lasse den Ideen-Taxometer laufen (denn es kostet inzwischen ganz ordentlich, sich von mir beraten und mit spinnerten Ideen beliefern zu lassen), „ … so einfach ist das nicht …“
„Zahle jeden Preis!“
„Gut, antwortete ich: „Lassen Sie sich nackert in eine Bayern-Fahne einwickeln!“
Wenige Tage später war das Honorar da, aber auch ein neuer Anruf:
„Eine Wahnsinns-Idee! Das Fahnen-Foto war auf der Titelseite“ Ich bin süchtig! Neue Ideen! Bitte! Zahle jeden Preis!“

Die Sache begann, mir Spaß zu machen.
Ich zog mich mit meinem Mitarbeiteraus der Pharma-Branche (wir entwickeln gewöhnlich Ideen für neue Krankheiten, damit neue Pharmaca den Markt erobern können, unser Werbe-Logo ist ein zerquetschter Bankofer), auf einem Berggipfel zurück.

„Gabi soll während des Parteitags öffentlich den Beckstein fragen, wie der sie eine Psycho nennen kann!“
Das war gut und die Pauli tat es postwendend.
Und schon der Anruf: „Einen neue Idee, Herr Fenzl, ich flehe sie an!“

Ich betete mit meinem Mitarbeiter in der Mittenwalder Jakobskirche St. Peter und Paul um Erleuchtung. Da kam es über uns.
Siebenjahres-Kinder! Nach der Siebenjahres-Ehe eben auch Siebenjahres-Kinder: Nach sieben Jahren muss jedes Paar das Kind abgeben. Vielleicht in ein Camp, das George W.Bush geistig betreut?

Die Pauli jubelte. Sie wird die Idee demnächst öffentlich einfordern. Das Honorar stimmt. Die Anrufe kommen immer noch … inzwischen aus einer Anstalt.
Fritz Fenzl

Pauli ärgert Edi

Text aus einem Flyer in der Maria-Hilf-Kapelle von Weyarn:
„Die außerklinische Pflege gewinnt an Bedeutung durch die verkürzte Verweildauer in Krankenhäusern und den medizinisch-technischen Fortschritt. Die Großfamilie ist immer seltener zu finden. Der Anteil der über 65-jährigen steigt kontinuierlich…“
Ein wunderbarer, prophetischer und mahnender Text.

Dazu passt die neueste Idee der Latex-Pauli, die sie dem Kabarettisten Erwin Pelzig laut BR sogar geklaut haben soll. Ehen sollen, geht es nach ihr, künftig auf sieben Jahre begrenzt werden. Auch wenn das Ehe-auf-Zeit-Modell nur ein PR-Gag sein soll - die Gazetten sind aufgesprungen und haben das Thema aufgegriffen: Pauli ist en Vogue und wieder einmal im Gespräch. Mehr wollte sie vielleicht gar nicht.

Mehr Bürokratie für pensionierten Edi
Am meisten aber sind dadurch langjährig glücklich verheiratete Ehepaare (soll es tatsächlich noch geben) irritiert. Sie befürchten nun, sollte Paulis Aufguss-Idee greifen, dass sie sich vielleicht rückwirkend mehrfach scheiden lassen und wieder zusammenstöpseln lassen müssten. Bürokratie pur und zudem teuer.
Und das jetzt, wo uns scheidender Ministerpräsident Edi nach Brüssel geht und gravotisch gegen jeglichen Verwaltungsaufwand vorgehen will.
Da haben wir´s: Gabi schafft durch ihr Zeit-Ehe-Modell zusätzliche Bürokratie, die dann der Ex-Ministerpräsident durch verwaltungsaufwändige Entbürokratisierung entbürokratisieren darf. A Hund is scho, die Pauli. Wussten Sie übrigens, dass für Edis Entbürokratisierungsbehörde zusätzliche Büropöstchen geschaffen werden?
In diesem Sinne - Euer Fritz Fenzl

Hoch brisante Steintafeln zur Geschichte Münchens

Das mit den München eigenen Jahreszeiten ist wahr. Wie jedermann weiß, oder jeder Münchner wissen sollte, existiert sogar ein eigener München-Kalender, weil es auch ein eigenes München-Jahr gibt.

Nebenbei: Der München-Kalender ist der sensationellste Fund seit Jahrzehnten und hält die Forscher Europas länger schon auf Trab: eine verwitterte Steintafel, die bei Grabungen unter der Peterskirche geborgen wurde! Deswegen reden manche Eingeweihte ja auch vom „Peters-Kalender“.

Das alles sollte geheim gehalten werden. Doch nix war´s mit der Diskretion. Typisch München. Forscher haben sich um die mysteriösen Platten gerissen, haben schließlich die Inschrift unabhängig voneinander entschlüsselt … was?

Dass hier in einer bislang unbekannten Geheimschrift mehrere und nicht nur vier (!) Jahreszeiten in eine Rundplatte (historischer Maßkrugdeckel?) eingraviert worden sind. Zeitlich fällt dieser sensationelle München-Codex etwa mit dem Auszug aus Ägypten und den Zehn Geboten zusammen.

„Schmarrn!“ mag sich der kritische Zeitgenosse da im ‚Stillen denken. „Jahr ist Jahr, und in München dauert ein Jahr auch nicht länger, wie anderswo. Es hat auch die selbe Einteilung wie auf der restlichen Welt und folgt somit auch dem natürlichen Lauf der Jahreszeiten. Und wenn woanders ein Jahr um ist, dann ist es in München auch rum!“

Eben nicht. Nicht und gar niemals nicht.

Ahnen geben Kunde aus dem Jenseits, dass in München immer schon ein anderes Raum-Zeit-Kontinuum herrschen musste … sonst hätte der Münchner gar nicht „die Zeit“, dauernd irgendwo dabeisein zu müssen.

Wies´n, Starkbier, Fasching, Dauershopping, neuerdings sogar in der Nacht. Und Events und Partys … ist ihnen noch nie aufgefallen, dass Promi-Beerdigungen denselben Stellenwert haben wie Partys? Alle sind da und sterben tut eigentlich keiner so richtig. Es geht um´s Dabeisein in einer Föhnwahnsinnigen zeitlosen Dauerpräsenz.

München ist Leben. Das gefällt mir.
Euer ganz im Jahreszeitlauf gebliebener Fritz Fenzl

Fremdgang oder Treue bis zum Tod? 

DER MÜNCHNER SEITEN-SPRUNG-ATLAS IST DA

Als ob wir nicht schon genug wirklich wichtige Probleme hätten! Welche Probleme? Na die rechte Schreibweise der Wies´n-Maß zum Beispiel! Da findet ein Ober-G´schaftlhuber mit selbst auferlegtem Titel: „1. Vorsitzender des Landschaftsverbandes Rosenheim im Förderverein Baierische Sprache und Dialekte“ an der Schreibweise der Wies´n-Maß ebenso Bemängelnswertes wie an der Apostrophierung von Wies´n.
Hm. Man solle also die Maß mit zwei s schreiben, weil das lange a … und die Rechtschreibreform … und die erweiterte Rechtschreibreform … und überhaupt.
Wer nichts wird im Leben, der wird Vorsitzender in irgendeinem Verein.
Wie wär´s da (nach mehreren Massen Bier) mit dem „Münchner Seitensprung-Verein“?
Denn, und das finde ich nun wirklich sensationell!, es gibt mittlerweile einen Münchner Seitensprung-Atlas.
Da steht genau drin, wer wo wie und warum fremd geht. Weil er oder sie, Stadtteil bedingt, gar nicht anders kann! Eine rote Zone sei da angeblich Bogenhausen (fremdgeh-intensiv), eine grüne Zone sei Pasing: Lauter treue Familienhansln.
Hab´s doch schon immer gewusst. Wohne über zwanzig Jahre in Pasing, bin mir selber treu und sogar die Wepsen, die auf der Dachterrasse jährlich ein Nest bauen, bleiben mir treu.
Fremdgehen, Stadtteil bedingt
Fremdgehen, Stadttei lbedingt also. Da ich (ohne Verein, natürlich) die verborgenen Erdkräfte und Flusslinien erforschen will, wird wohl die Fremdgeh-Energie (versteckte Lebenskraft und Vitalität?) mit der Magie der Stadt-Plätze zu tun haben. Oda ned?
Unglaublich. Werde bei der nächsten München Führung (22. September, Treff 10 Uhr an der Mariensäule) München speziell für Fremdgeher (und natürlich) Treue-Anhänger erklären.
Siehe auch
www.magische-kraftorte.de
Hier unter „Termine“. Nicht fremdgehen, sondern kommen! Fritz Fenzl

MAN NENNT ES DANN WOHL HERDENTRIEB

Impressionen aus meinem (bisherigen) Lieblingsurlaubs- und Ideen-Ort Bad Birnbach im Rottal:
Genau da, wo dereinst der „Wanderweg 7“, ausgehend von einer verschwiegen kleinen Jakobskirche aufwärts führte zum Wald mit der „Aunhamer Nekropole“, einer selten schönen und von unserer Vergangenheit erzählenden Hügelgräber-Anlage, - da ist jetzt der Golfplatz „Bella Vista“. Das heißt wohl „Schöne Aussicht“. Oder saubere Aussichten!
Wanderer, du kannst Birnbach vergessen! Ich habe die Einweihung von „Bella Vista Birnbach“ miterlebt, ein Riesenfeuerwerk in der Nacht und die Rede von Erwin Huber am Tag , der von dem „Gottesgeschenk unserer Heimat“ gesprochen hat und davon, dass wir das alles an folgende Generationen weitergeben sollten.
In Form von Golfplätzen?
Birnbacher Zimmervermieter jammern mir was vor, weil die Urlauber wegbleiben – aber keiner sagt was. Alle waren da beim Event und haben geklatscht.
Das ist es.
Wenn erst einmal etwas los ist, dann gehen alle hin und klatschen. Und keiner sagt was.

Zurück nach München:
Wenn die winterolympischen Sommerspiele mit einer bis dahin nicht vorstellbaren Erderwärmung zusammenfallen und die Kunstschnee-Trasse über schmelzenden Asphalt nur wenige Zentimeter breit sein sollte: Alle gehen hin. Und klatschen. Und wenn der Transrapid erst einmal fährt, reissen sich alle um Fensterplätze. Und klatschen.
Die Wies´n Maß darf kosten, was sie will. Alle werden immer da sein. Und singen.
Zugegeben das ist bei allen Menschen so. Wenn erst einmal etwas los ist, dann sind alle da. Man nennt es Herdentrieb.
Aber in München ist das schon noch ein bisserl extremer. Da hat der Herdentrieb so schöne Bezeichnungen wie -Kultureller Schnittpunkt – Biergartenkultur – Schickeria - Multikulturelles Miteinander -Hi Tech Center - Individuelle, urbane Lebensgestaltung - Massenbesäufnis, -Fußballbegeisterung, - Freude an Massenumzügen und Paraden aller Art; manchmal auch – Führerkult.

Das
ist der Ausblick. Fritz Fenzl

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