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RANDGLOSSEN
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BAYERISCHE DIALEKTIK
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Das Bayerische hat so herrlich paradoxe Möglichkeiten, sich mit sanfter Gewalt auszudrücken: Da ist es dann ganz und gar kein Widerspruch, wenn ein allzu smarter Zeitgenosse als „sauber dreckert“ gilt. So eine bildreiche Art der Kraftbenennung ist dann keineswegs „schee bläd“, wobei „schön“ und „blöd“ ja noch irgendwie zusammenpassen können. Richtig abenteuerlich wird die bayerische Sprech- oder gar Besprechweise, wenn über eine Person zu sagen ist: „Schee greislich“. Ja, ist dies Wesen jetzt schön oder das Gegenteil? Eben, beides in einem. Wie das dann aussieht, ist für den Bayern eine harmonische Einheit im Geiste. Dialektik braucht halt keinen Aristoteles und noch weniger den Hegel, das zweischneidige Doppel-Denken ist im Land vor den Bergen längst gelebte Gegenwart. So wie die weite, gedankentragende Fläche des Loisachtales, dort wo der Fluss den Kochelsee verlässt, im Süden urplötzlich in schroffe Gebirgswände des Jochberges oder Heimgartens übergeht: Widerspruch – und doch eins. Kein Wunder, dass dies Schöpfungsgeheimnis, die Bi-Polarität (Schwarz-Weiß / Heiß-Kalt / Oben-Unten / Gut – Böse / Plus-Minus… usf.) direkten Einzug in das Bayerische Denken und Reden gehalten hat. Wie wäre es sonst möglich, von einer „saubernen Drecksau“ zu reden? Deshalb freu´ ich mich immer, wenn bayerische Spitzenpolitiker etwas sagen und dabei nach innen lachen. So etwas „hat si g´waschn“, suggeriert Reinheit; obwohl die Inhalte bisweilen „sauber dreckert“ sind. Eine Sprechweise, die allerdings nur ein „ganz verreckter Sauhund“ beherrscht. Geniales, dialektisches Widerspruchs-Denken reicht übrigens bis Rom. Kann man doch sogar verteufelt fromm sein. In Bayern schon. Fritz Fenzl
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DIE SCHWERKRAFT DER EWIGKEIT
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„Nimm dir Zeit ..!“- Ohne es zu wissen, hat ein „Zeit“-Genosse, der obigen Alltags-Satz spricht, denkt oder gar befolgt, der sich eben die Zeit nimmt, - mit der „Ewigkeit“ bereits allerengsten Kontakt. Denn die Ewigkeit ist, wie sehr sie sich auch jeder „begrenzten“ Definition entzieht, ein Zeit-Begriff. Wer sich also Zeit nimmt („ … gäh, lass da Zeit …“), der hat sie schon, die Ewigkeit. Wer über Zeit und Ewigkeit nachdenkt, der staunt, wie mühelos sich die gar nicht so ewige Ewigkeit im religiösen Sprachgebrauch doppeln lässt: „Von Ewigkeit zu Ewigkeit“. Amen. Gibt es also zwei Ewigkeiten? Wie kann eine Ewigkeit eine zweite Ewigkeit zulassen? Das Paradox mag erheitern, es öffnet aber Tore des mystischen Denkens, - etwa so wie ein fernöstliches Koan! Das Zeitalter des Barock kannte, durch die Wirren der Reformation, die langen Kriege und den dauernden Endzeit-Bezug, einen überraschend weit-blickenden Zeit-Begriff:Mein sind die Jahre nicht, die mir die Zeit genommen. Mein sind die Jahre nicht, die etwa mögen kommen. Der Augenblick ist mein, und nehm ich den in Acht, so ist der mein, der Zeit und Ewigkeit gemacht. (Andreas Gryphius) Ebenso schön:Wenn man unter Ewigkeit nicht unendliche Zeitdauer, sondern Unzeitlichkeit versteht, dann lebt der ewig, der in der Gegenwart lebt.(Ludwig Wittgenstein)
Ein ungeheuerlicher, aber wahrer Satz: nur der lebt ewig, der in der Gegenwart lebt, im Augenblick: Tun wir das? Fast nie. Wir sorgen uns, neuerdings sogar um die wunderbare Tatsache, dass wir immer älter werden (dürfen). Immerhin titelt eine Zeitung: Hurra wir werden alt! Und ein weiser Innenminister nennt die Vorstellung der Demografie-Strategie (was immer das sei) eine „gute Nachricht“. Wir leben länger, können mit 60 völlig neu anfangen, haben Geld zum ausgeben und immer mehr Platz (weil die Pessimisten alle wegziehen?). Wer dabei immer „Zeit hat“, der hat sie länger, die Ewigkeit. Und das in Bayern. Fritz Fenzl
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ICH HATTE EINEN TRAUM
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„I had a dream ...“, lautet der berühmte Polit-Spruch eines grandiosen Visionärs aus dem vermeintlich gelobten Land. Das aber ist nicht unser Thema (Gottlob leben wir in Bayern und nicht sonstwo. Traumhafte Sprüche dazu: „Wen Gott lieb hat, den lässt er fallen in dieses Land…“ (gemeint war das Berchtesgadener Land, aber geht´s denn noch bayerischer als am Fuße des Watzmann?). Oder: „Vom Rest des Lebens halb verschont / ist der schon, der in Bayern wohnt“ (eigentlich auf München gemünzt, bekannter Dichter, sowohl Satire als auch Kinderbuch; schreiben sie mir, wer?).
Auch ich hatte einen Traum, der mit Bayern und der Gegenwart zu tun hat (Oh mei, war der Traum schön).
Alle in Bayern sprechen Bayerisch. Hochdeutsch gibt’s nur in Übersetzerbüros. Man bestellt in der Wirtschaft, -nicht im Restaurant-, Schweinshaxn, Semmen, Brezn, Lewakaas, an siassn Sempf. Wirte, die auf ihrer affigen Speisekarte den „Depperl-Apostroph“ (Beispiel: Brez´n, An Guat´n, noch schlimmer: Knödln´) stehen hatten, die wurden wie im Mittelalter in einen Käfig getan und in die frische Isar getaucht. Bis sie Bayerisch konnten („…hoithoit, - i dasauf ..!“
Der andere Traum: Benzin ist in Bayern normalpreisig, in anderen Bundesländern … egal. Man kann also ohne ans Sparen zu denken, zwischen Bayern und Österreich pendeln. Doch dann kam das Böse und riss mich brutal aus dem Traum: Durch die moderaten Bayern-Preise kamen noch mehr (!) aus dem Norden, Menschen, die ohne Bedenken im „Restaurant einen (Zitat) „“O´batzt´n„ bestellen, mit Brötchen. Und denen weder Appetit noch Lautstärke vergehen.
Dann träumte ich, man könne auf Youtube die herrlichen alten Ludwig-Thoma-Verfilmungen herunterladen. Der Ruepp, der Wittiber, die Lokalbahn …
Wie gesagt: Ich hatte einen Traum. Träumen darf man ja (noch) ohne Lizenzen an die GEMA … Fritz Fenzl
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Bad Birnbach - trostbedürftig
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Wieder einmal in Birnbach angekommen. Seit über 20 Jahren meine Stätte für kreative Kurzurlaube. Entspannen? Erholen? Inzwischen gibt es ein überflüssiges Kurhaus, einen überflüssigen Golfplatz, überflüssige Kurtaxe, wegbleibende Gäste und jammernde Pensionsinhaber. „Gut, dass sie da sind, sie sind der einzige Gast!“ jammert die Pensionsinhaberin in Quellnähe. Ich will etwas Tröstliches sagen, aber sie erzählt von der schlimmen und kompliziert verlaufenden Operation letzte Woche. Sie meint, der Grund für ihre Krankheit sei der miese Kurbetrieb. „Ach“, meine ich teilnahmsvoll, belege das Zimmer und suche im Ort alte bekannte Vermieter auf. „Der da oben auf der Anhöhe hat über 9ooo Zimmerkontingente bei e-bay versteigert, dann ist ihm die Luft ausgegangen und wir alle müssen zahlen ...“, so eine genervte Vermieterin. „Wasserrohrbruch ...“, sagt eine andere Pensionsbetreiberin; 50.000 Euro Schaden, und Geld haben wir keins. Gäste bleiben weg.“ Eine meiner liebsten Vermieterinnen über viele Jahre, eine ältere Frau, hat mir immer erzählt, dass ihr Sohn fremdgeht, seine Frau sich das nicht mehr gefallen lässt, jetzt selber fremdgeht, was ihren Sohn, den Fremdgänger, maßlos ärgert. Scheidung. Die alte Frau kann mir ihre Sorgen nicht mehr erzählen, sie ist vor Gram gestorben. Hin zur Kurverwaltung im Kurhaus: „Die Gäste spinnen, meint die freundliche junge Dame, da wollte einer unbedingt wissen, welche Pension organisierte Radltouren anbietet.“ Auch diese tröste ich. Irgendwie macht es Spaß, die verzweifelten Hoteliers, Pensions-Mamas, Kurmanager-Assistentinnen zu trösten und ihr Leid zu mindern. Was machen übrigens jene Birnbach-Gäste, die nicht schon erholt ankommen, so wie ich, und eigentlich selber „aufgebaut“ werden wollen für ihr Geld samt Kurtaxe? Klar: Die bleiben seit langer Zeit weg. Wiederum ein Grund zum Jammern – und für mich zum trösten. Fritz Fenzl
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Nach der Auferstehung kommt der Geist
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„Die Braut steht mit Kleid und Blumen am Altar, die Hochzeitsgemeinde wartet gespannt (…) Es fehlt eigentlich nur noch der Bräutigam…“, so lautet eine Pressemeldung. Und der Bräutigam kommt auch nicht. Denn diese Vorreiter-Frau hat gelernt „sich selbst zu akzeptieren und zu lieben“. Wozu dann einen anstrengenden Partner? Nebenbei: Männer tun sich da schwerer. Die kommen mit sich allein nicht so gut zurecht, in der Regel. Sagen jedenfalls die Frauen. "Ich, Nadine, verspreche hiermit, es zu genießen, mein eigenes Leben zu leben, und mich an einem lebenslangen Liebesverhältnis mit meinem wunderschönen Selbst zu erfreuen." (Original-Text). - Im Anschluss an das Fest ist die frisch Verheiratete nach New Orleans in die Flitterwochen geflogen“, so wird vermeldet. Kann eigentlich nur in Amerika passiert sein, sowas. In Bayern laufen noch Typen herum, die sich zum anderen Geschlecht hingezogen fühlen. Was doch der Begriff „Heirat“ (nicht nur in der Bibel als Bund zwischen Mann und Frau definiert!) alles hergibt. Bringt doch die (vorsichtig gesagt) Unhetero-Ehe, vor allem bei Politikern; alle Protokoller zum Wahnsinn: Damenprogramm für einen Mann? Und nun das: Da erscheint bald ein Minister auf öffentlichem Parkett und stellt als seinen Partner – sich selbst vor. Er nimmt den Blumenstrauß für die Dame und das Herrenpräsent (Zigarren?) für sich selbst in Empfang. Und so weiter. Irre Vision? Keine Angst, das kommt alles noch. Alles, was denkbar ist, wird Wirklichkeit. Wir entwickeln uns so weit weg von der Schöpfungs-Idee, bis alles aus ist und alles wieder von vorne anfängt. Und das ist die Auferstehung. Text geschrieben am Karsamstag. Ostern gibt immer wieder Hoffnung. Und dann geht es auf Pfingsten, das herrliche Geistfest zu. Geist braucht immer ein Du. Nicht einmal der Göttliche Geist hat es mit sich alleine ausgehalten. Fritz Fenzl
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Neidegefühle auch zur Osterzeit
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Endlich Osterferien. Hat Vorteile und Nachteile. Zugegeben, die Vorteile überwiegen deutlich. Wien, Bayerischer Wald, vielleicht Prag … Nachteile? Man kommt zum Durchlesen der Zeitungen, die abonniert sind, Geld kosten und unter der Woche zumeist nur überflogen werden können.
Aha, soso, das sind die Neuigkeiten. Das also ist das, was mich also bewegen soll, nach Meinung der Meinungsmacher. Aber langsam verstehe ich diejenigen (durchaus nicht Dummen), die seit längerem ohne Medien leben. Und immer noch denken können. Fazit der Lektüre: Interessiert mich alles nicht wirklich und noch weniger löst es die deutlich beabsichtigten Gefühle aus. Seit wann ist eine winzig kleine Partei schuld, dass eine schlampige Drogeriekette abschmiert? Der gedruckte Rest: Neid, Neid, Neid. Ehrlich, die Monate lange Wulff-„Affäre“ war mir völlig wurscht. Soll der doch sich einladen lassen, wo er will. Dafür ist er ein Promi. Der Nachfolger, ebenfalls adrette Partnerin nicht mit ihr verheiratet: Wen interessiert´s ?
„Unter Neid versteht man das moralisch vorwerfbare, gefühlsmäßige (emotionale) Verübeln der Besserstellung konkreter Anderer. Ähnlich ist der Begriff der Missgunst. Fehlt es am ethischen Vorwurf, spricht man auch von Unbehagen gegenüber Vorteilen anderer (Besitz, Status, Privilegien), die man selber nicht hat. Will man Neid rechtfertigen, so ist eher von einem Recht auf Gleichbehandlung die Rede. Das Gegenteil des Neides ist die Gunst.“
Diese knappe Wikipedia-Definition gefällt mir. Vor allem: „Will man Neid rechtfertigen, so ist eher von einem Recht auf Gleichbehandlung die Rede.“
Ds ist der große Tenor aller Medien, die ich nun Zeit habe zu lesen: Gelber Neid, getarnt durch eine bizarre Art von ethisch verbrämter Gleichheit, Gleichbehandlung, wenn nicht gar Gerechtigkeit.
Es wird immer schlimmer, immer neidischer? Wer zahlt Seehofers Urlaub?, titelt eine Boulevard hämisch. Lässt der sich doch ins Kloster bitten. Und die öffentliche Neid-Meinung will, dass ich mich darüber aufrege.
Nein. Ich mag Seehofer, Wulff, Gauck, sogar Maschmeyer. Die haben etwas erreicht. Find ich eher vorbildlich. Aber vielleicht nur, weil mein Leben ebenfalls herrlich ist. Lehrer haben am Vormittag recht und am Nachmittag frei.
Fritz Fenzl
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SCHWERKRAFT DER EWIGKEIT
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Gustave le Bon meint in dem Klassiker über Massendenken und steuerbare Gruppendynamiken mit dem bezeichnenden Titel „Psychologie der Massen“: „Die Zeit bereitet die Meinungen und Glaubensbekenntnisse der Massen vor, d.h. den Boden (!), auf dem sie keimen. Daraus folgt, dass gewisse Ideen nur zu einer bestimmten Zeit, dann nicht mehr zu verwirklichen sind.“ (S.58) Boden, Ort, Schwerkraft: Unter der Schwerkraft, die durchaus „gewichtig“ ist im Reigen der unausweichlichen Gesetze, versteht man stets die Anziehung zweier Massen. Massen? Das Wort ist uns eben schon begegnet in anderer Bedeutung: Psychologie der Massen: Masse als zielgerichtete und fremdgesteuerte Menschenhorde mit einem außerhalb der Masse liegenden Geist oder Ungeist, der willensstark ist und mit der Masse zumeist macht, was er will. Und auch die Anziehung (Attraktivität) spielt bei der Menschenmasse eine Rolle, ebenso wie bei der Erde als „Masse“. Die Anziehung hängt stets davon von der Größe und Entfernung der Massen ab. Inspirierend dazu: Der besondere Ort. Erde ist so herrlich statisch und so wunderbar unmodisch. Sie folgt Gesetzen die, alt sind und göttlich! Nicht die ewige Leichtigkeit, die uns (siehe Massendenken) seit Jahrzehnten gepredigt wird, ersehnen wir und brauchen wir. Es flattern genug verlorene Engerl durch die Lüfte. Wir „müssen Boden gutmachen“. Stellen sie sich vor: Sie sitzen an ihrem Lieblingsort, spüren die Schwerkraft, fühlen die vertraute Verbindung mit der Erde. Sie sind „daheim“. Die Zeiten, wie sie kommen, selber werden „schwer“, das Wort sagt alles. Aber Schwere schafft eben auch Bindung. Schwere schafft Anker, Anhaftung, Vertrauen, Treue und Bodenhaftung.
Ewigkeit ist schwer. Und wiegt schwer, in jeder Hinsicht. All das, was alle suchen und so selten finden - es schwebt nicht. Es ist fest und da und schwer und spürbar. Auch die Ewigkeit gehorcht der Schwerkraft. Euer Fritz Fenzl
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Die 20er Jahre sind wieder da
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Schon über den Film „The artist“ nachgedacht? Dieser Streifen mit dem schönen Titel „Der Künstler“ ist ein unsere Gegenwart wiedespiegelndes Film- und überhaupt Gesamt-Kunstwerk. Warum? Die Tragik-Komödie spielt zwischen 1927 und 1933 in Hollywood. Die Tragik besteht im Übergang vom Stummfilm zum Tonfilm: Bisherige Stars sind nur noch lächerlich, wirken etwa so wie der „Schlagerstar“ Gerhard Wendland damals in den 60-ern, als Beatles und Stones längst den inzwischen viel lauteren Ton angaben. „The Artist“ und die Gegenwart? Nun, das Schwarz-Weiß-Denken nimmt zu, nicht nur im Film, die neue Lügensprache der Politik bedingt eine neue Sprachlosigkeit. Es wird viel geredet, Inhalte aber fehlen gänzlich. Und: Alte Schwarzweißfilme passen besser zum Grusel-, Okkult- und Schauer-Genre: Nosferatu ist in wie nie, auch der Golem. Metropolis sowieso. Apropos Vampire: „Wir kommen ins Zeitalter der Vampire, der Untoten ...“, meinte eine bekannte Schauspielerin und spielte zu Recht an auf den hysterischen Lange-Leben-Hype unserer Gegenwart. Gesund essen, längst selber kranke Fit-und Wellness-Askese, nix rauchen, plastische OP´s … Gehen Sie auf einen Empfang in München: Sie erblicken dort mehr Grusel-Monster als in den alten Drakula-Filmen zusammen. Untote eben. Wir steuern auf eine „Ewig-Herumschleich“-Society zu, so die kluge Schauspielerin. Und nicht zuletzt deshalb schleichen sich 20-er-Jahre Filme ein in unser Massendenken, so wie auch die Mode der damaligen Endzeit: Silberne Hütchen, eng am Kopf sitzend, Hänger-Kleidchen, Straußenfedern, Zweireiher. Wir haben jetzt die „neuen“ 20-er-Jahre, bekanntlich die stylische Zeit vor dem ganz, ganz großen Crash. Fritz Fenzl
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Wulff aktiviert Massen
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„In einer naturbelassenen Jäger-und Sammler-Umgebung zahlte sich Aktivität stärker aus als Nachdenken ...“, schreibt Rolf Dobelli in dem inzwischen zum Bestseller geratenen Denkbüchlein „Die Kunst des klaren Denkens“. Nicht schlecht, der Gedanke: Wenn es früher Sinn machte, mit der Masse zu rennen und nicht lange nachzudenken (ist da ein Tiger im Gebüsch oder nicht?), so gilt heute eher das Gegenteil: Wer mit der Masse rennt, bleibt eben Masse. Individuelle Denkleistung führt nicht mehr zur tödlichen Isolation wie in der Ur-Sippe, isoliertes Denken und Tun kann durchaus Vorteile bringen. Mir fällt da Bill Gates ein, Steve Jobs, Albert Einstein, auch Karl May, Kain (nicht Abel, der nur tut, was der Boss will), - und natürlich Beckenbauer. Und wieder der Bestsellerautor, der selbst ein CEO („Chief Executive Officer“), ein Boss eben, war: „Wir heutigen Homines sapientes sind die Nachfahren jener, die tendenziell den anderen nachrennen. Nur: Dieses Verhalten ist in der modernen Welt nachteilig …“ Oh wie wahr. Heute ist die durch Wälder jagende Gruppe out (Ausnahme Fußball!) „…die heutige Welt belohnt scharfes Nachdenken und unabhängiges Handeln“ (Dobelli auf S. 216). Und gleich das Erlernte Umsetzen: Wer Börsentrends nachrennt, hat schon verloren, ebenfalls Gold-Horter, 2012-Ängstlinge, Nordic-Walker, Selbstfinder (das übrigens ist eine extrem blöde Massenbewegung). Aktuell: warum sollte man seit Monaten der hysterischen Christian-Wulff-Neid-Bewegung nachlaufen? Der Mann sieht gut aus, hat eine schöne Frau, Freude am Feiern und das, was man Chuzpe nennt. Aber er zieht magisch den Neid derer an, die das alles halt nicht erreicht haben. Immerhin hat er es einmal zum höchsten Amt im Staate gebracht. Wer Wulff Wulff sein lässt und das eigene Leben ordnet, hat längst gewonnen. Fritz Fenzl
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Fasten - fast ernst genommen
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Das Wort Fasten kommt von „festigen“, was in der englischen Fliegerfloskel „fasten seat belt“ deutlich anklingt. Fragt sich nur, was da so gefestigt wird? Klar, die Figur wird fester, propperer – und natürlich ansehnlicher. Das wiederum festigt das Selbstbewusstsein spürbar, bis man es dann ab Ostern wieder fest krachen lässt. Gefestigt werden soll beim Fasten natürlich der Glaube und der Charakter. Aber in der Zeit von Wellness, Fitness, Joggingness, und allen anderen -nesses, da gibt es eh schon genügend Ich-Verliebte, denen Askese, Training, Körperkult längst zur unverzichtbaren Droge geraten sind. Fasten im Sinne von „Ich verzichte für eine gewisse Zeit auf meinen Lieblings-Schmarren“ würde dann eher normales Leben ohne Ausdauertraining bedeuten. Denken Sie nach: Auf was würden Sie, lieber Leser, nur sehr ungern verzichten? Computer, Fluchen, Carven, Talk-Shows? Auffällig, wie wenig im öffentlichen Leben gefastet wird, aber gepredigt schon. Kennen sie all die hehren Energiespar-Floskeln? Und dann so ein Wahnsinn wie das zunehmende Flutlicht-Skifahren. Als ob die liebe Sonne des Tages über der weißen Piste nicht genügen würde. Bei einer Heimfahrt nach einem Skitag am Jenner sind mir allein drei Flutlicht-Pisten ins Auge geleuchtet. Aus einem aktuellen Pressetext: „Am 3. März 2012 findet im Zusammenarbeit mit dem Skiclub Schliersee am Schlierseer Hausberg, dem Stümpfling, der zweite monte mare Ski-Cup statt (…) Bei Flutlicht starten die Teilnehmer ab 18.30 Uhr …“) Was machen die Nacht-Läufer eigentlich untertags? Vielleicht fasten … Fritz Fenzl
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Schicksal, Sage und Mittelschicht Was ist das, das Schicksal? Ein unbeeinfluss-beeinflussbarer, Gott-gewollt-wabernder, wild wehender Wind des Seins? Oder ein aus sich selbst in Zeitenfenster retournierender, beständig sich verändernder, dynamischer Prozess? Es passiert einfach. Schicksal ist eine Folge, Ab-folge, Kausalität. Oder auch wieder nicht? Schicksal „findet statt“, es findet mit großer Wahrscheinlichkeit überall statt. Egal wo. Oder doch nicht egal, „wo“? Und genau da wird es interessant: Ob im herunter gekommenen Arbeiterwohnheim mit schmierigen Treppenhäusern und zerspreisselnden Fensterläden, ob im hochherrschaftlichen, seit Macht-Generationen vererbten Schloss auf hehrem Hügel: Das „wo?“ des Schicksals ist eben gar nicht egal. Das Schicksal, auf jeden Fall jenes so erzählenswerte Schicksal, wie es in griffigen Sagen, Familien-Sagas und Geschichten greifbar auftritt: Es hat immer seinen Ort. Und, seltsam: Es bevorzugt die Oberschicht. Denken sie nach. Wie oft schon sind sie vor den zerklüfteten Mauern einer Burg gestanden und haben es genossen, wie phantastische Szenen durch ihren tagträumenden Kopf gewabert sind? Probieren sie dasselbe erhebende Hirn-Kino im Hinterhof einer Vorstadt-Siedlung … Selbst die bekannten Kult-Krimis der letzten Jahrzehnte (Der Kommissar, Derrick, bis hin zu „Fatal Attraction“), sie greifen fast ausschließlich schicksalhafte Gewaltdelikte im Umfeld reicher Villen und erfolgreicher Protagonisten auf. Zugegeben: Auch die Unterschicht liefert dem Realismus-trunkenen Literaten gerne Stoff. Totschlag, Suff, Verarmung … Die Mittelschicht indes ist selbst dem großen Weltenschreiber zu langweilig für große Würfe. Gehaltskürzungen? Sparen auf den nächsten Urlaub? Mieterhöhung? Angst um den Pensionsanspruch? Das ist kein Sagen-Stoff und interessiert keinen. „Weiße Frauen“ bevorzugen Burgen und Schlösser. Eine „Weiße Frau“ in Milbertsthofen? - Undenkbar. Fritz Fenzl
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BRENNENDES DESINTERESSE AM BURN-OUT
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„Die Angst der Menschen vor der totalen Erschöpfung lässt sich offenbar am Kiosk hervorragend verkaufen …“, schreibt die SZ in einem ihrer Lifestyle-Nachdenk-Teile. Wer berufstätig ist - aha: und damit Burnout-gefährdet - denn berufliches Leiden ist „in“, der kommt gar nicht dazu, solche, den wahren, wirklichen und tieferen Sinn des Lebens beleuchtenden „Kultur“-Seiten zu entdecken. Warum? Weil einfach die Zeit fehlt. Sagt also der 90-jährige Vater zu mir: „Du, Sohn, lies das mal, könnte dich interessieren!“ Gebildete alte Menschen mit Zeitungs-Abonnement sind hervorragende Vorausleser wichtiger gedruckter Nachrichten, Kommentare, Feuilletons und intellektuell geschraubter Lifestyle-Essays: Die alten und ehrwürdigen Herrschaften, falls das Augenlicht mitmacht, haben Zeit, all den Schmarren zu lesen, ohne größeren Schaden an Leib, Seele und vor allem Geist zu erleiden. Alter schützt zumeist eben doch vor Torheit. Und solche geliebten Vor-Leser sagen einem dann, was wirklich wichtig sein könnte an den Print-Medien der letzten Woche. Also in dem Falle ein Artikel mit der Überschrift: „Wenn es brennt: Burn-out als Wunderwaffe. Wie eine Modediagnose die Auflage der Magazine schöner macht.“ Schon wieder mal Burn-Out. Neben meiner Schriftstellerei bin ich Lehrer (Vollzeit!) an einem Münchner Gymnasium. Schockierend für mich: Ich habe kein (!) Burn-Out, liebe den Beruf und die Pubertierenden als herrlichen Ausgleich zum Schreiben; stehe damit aber kurz vor der Einweisung in eine Anstalt, denn ohne dieses dümmliche Mode-Syndrom mit Namen „Burn-Out“ (Ausbrenn´ ?“) gilt man als wenig engagiert, als geradezu asozial Leidens-resistent, - jedenfalls als Außenseiter. „Burn-out gilt schließlich, anders als die Depression, als Verwundetenabzeichen der Leistungsgesellschaft. Seht her, ich habe alles gegeben …“ (Zitat oben genannter SZ-Artikel). Ich selber kenn´ auch keine Ausgebrannten, aber bei der Lektüre all der „Burn-Out“-Texte „da brennt ma langsam da Huat“! Fritz Fenzl
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Die Zigarre - ein Schreck für alle Raucher Der Raucher-Raum war gemütlich wie sonst keiner. Ich glaube, das Lokal befand sich in Planegg. Eine liebe Bekannte hat mich dorthin geschleift. „Ich kenne da ein gaaanz süßes Lokal", sagte sie. "Und ein uuunglaublich gutes Steak haben die für dich …!“ Nicht nur ein Steak: Hier gab es sogar einen eigenen Raucher-Raum! So eine Art Vorraum, Bänke, Strohdach, paffende Raucher. Endlich wieder ein Lokal, in dem man Zigarren genießen darf! Wenn schon nicht in der Gaststube (die strotzte von Pyramiden, Nofreteten, Tutenchamuns und Karusselpferden), so doch in diesem liebevoll gestalteten Rauchraum. Kein „Dudarfstnicht!“, sondern ein „Hierdarfman“. Darf man wirklich? Der entsetzte Blick der Zigarettenraucher verriet nichts Gutes. „Eine Zigarre?“ „M-hm“, meinte ich und taxierte verliebt meine „Romeo & Julietta“, Churchill-Format. Ein richtig schöner dicker Brummer. „Der will uns hier wirklich mit Zigarrenrauch zunebeln…“, sagte eine Raucherin herausfordernd zu ihrer Nachbarin und schnippte die Asche vor meine Zehen: „Schau ihn dir an, den Zigarrenraucher.“ „Männer“, sagte die andere mit kalter Verachtung. „Wahrscheinlich hat er auch sonst alle schlechten männlichen Eigenschaften“, so die erstere. Eine scharfe Bemerkung verriet, dass beide von Männern so gut wie gar nichts hielten, von Zigarrenrauchern gleich noch eine Portion weniger. „Rücksichtslos, einfach rücksichtslos“, gackerte ein Mann herüber. Endlich ein Gegner hier im Raum der Toleranz. Die Frauen waren mir zu gefährlich, aber bei dem Mann nahm ich den Fehdehandschuh auf: „Du kannst mich!“ „Komm doch her!“ Und weil ich in der Stimmung war: „Ihr Zigaretten-Ärsche könnt mich alle mal!“ Den Rest erzähle ich lieber nicht. Nichts geht über Toleranz. Euer Fritz Fenzl
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Ein Denkfehler oder spannende Lektüre?
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Wissen Sie, was „Social Proof“ ist? Ehrlich gesagt, ich hab´s auch nicht gewusst. Bis mir ein guter Freund zum 60. Geburtstag das Buch mit dem Titel “Die Kunst des klaren Denkens - 52 Denkfehler, die sie besser anderen überlassen", geschenkt hat. Vielleicht war es ein Denkfehler, sich sofort in dieses fragliche Werk zu vertiefen. Ein Aha-Rumpler nach dem anderen! Ei hoppsassa, was einem da die eigene Denke doch für kühne Streiche zu spielen vermag. Nun fragen Sie sich wahrscheinlich, was dies mit „Social Proof“ zu tun hat? Ich will versuchen, es zu erklären. „Wenn Millionen von Menschen eine Dummheit behaupten, dann wird sie deswegen nicht zur Wahrheit“, ist auf Seite 17 in eben jenem Buche zu lesen. Lassen Sie einmal alles Revue passieren, was so alles behauptet wird. Am besten ist, Sie schlagen dazu die Zeitung auf. Viel wird da geschrieben. Über die Sicherheits-Konferenz in München zum Beispiel, über die große Weltpolitik über Münchens Bussigesellschaft und über die neuesten Gspusi von Lodda oder Marc Terency. Nur weil solch' Geschichten millionenfach gedruckt, gesendet, wiederholt werden, soll mir das suggerieren, dass wahr ist, was schwarz auf weiß steht. Das wird einem doch glatt vorgegaukelt, die Meinung der Masse sei negativ. Lediglich mir ist das in meinen 60 Jahren, die ich nun schon auf diesem Planeten weile, nicht wirklich aufgefallen. Gut die Sechziger, die verlieren tatsächlich zu oft. Ich blättere in meinem Buch weiter: „The Sunk Cost Fallacy“. Das könnte man genauso gut auf Deutsch sagen. Geht sich doch der Autor selbst auf den Leim. Denn simple Sachverhalte mit Englischen Deppdeutsch-Schlagworten zu betiteln, das ist ebenfalls ein „Social Proof“. (Siehe oben, Massenverhalten). Irgendwie schon bedenklich. Ein Denkfehler-Buch, das in jedes Kapitel mit einem Titel auf Englisch einführt. Etwa „The Availability Bias“ statt „Verfügbarkeits-Fehler". Was lerne ich aus der Lektüre? Deutsch ist wunderbar und viel zu schade, um es zu verbannen. Ach so, ja: Haben Sie nun verstanden, was Social Proof bedeutet? Ich glaube nicht wirklich und - glauben Sie bitte nicht alles, was gedruckt zu lesen ist. In diesem Sinne - eine schöne Woche - Ihr Fritz Fenzl
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Schäfflertanz - den Mutigen gehört die Welt
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„Rein ins kalte Wasser! Denn das Wasser ist warm“. Oder: „Je dunkler die Wolke, desto strahlender leuchtet der Regenbogen!“ Noch was? „Je fester man eine Nessel anfasst, desto weniger brennt sie!“ Und natürlich: „Dem Mutigen gehört die Welt“.
Solche und ähnliche Sprüche finden sich in einem kleinen Bildkalender, den mir ein lieber Mensch zum Jahreswechsel überreicht hat, natürlich mit einem der schönsten aller Wünsche: „Lass dich ja nicht unterkriegen!“
Der Kalender kam mir in den Sinn, als ich am letzten Freitag auf dem Pasinger Bahnhofsplatz die Schäffler tanzen gesehen habe. Die Schäffler! „Der Legende nach wurde der Tanz in München erstmals 1517 während einer Pestepidemie aufgeführt, um die Bevölkerung, die sich aufgrund der Pest kaum mehr auf die Straße traute, zu beruhigen und das öffentliche Leben wieder in Gang zu bringen.“ Das meldet die Wiki-Seite (Wiki: herrlich: wer gegen das Web-Lekikon schimpft, der hat sich noch nie durch Bibliotheken gewühlt und den sturen Blick von Bibliothekaren ertragen).
Da tanzen sie also wieder, diese wunderbaren g´standenen Mannsbilder mit schwarzen Schuhen, weißen Kniestrümpfen, schwarzer Kniebundhose, dem typischen Schurzleder, der leuchtend roten Jacke und der grünen Kappe. Bei Stadtführungen erzähle ich gerne vom „Positiven Denken“ der Schäffler, die sich nach der Pest endlich wieder auf die Straße getraut haben und den Menschen Mut schenkten. Soll nicht ganz stimmen: „Erstmalig nachgewiesen ist der Münchner Schäfflertanz für das Jahr 1702[1]. Die Legende, die ihn mit der Pest in Verbindung bringt, dürfte erst im 19. Jh. entstanden sein. So wird bezweifelt, dass es 1517 in München überhaupt eine Pestepidemie gab, da die Sterberegister für dieses Jahr keine auffälligen Todesraten aufweisen …“ Nun denn. Keiner von uns war dabei, damals. Für mich ist der magische Reigentanz mit den Reifen ein Muß, eine getanzte, münchnerische Bestätigung meines Lebensmottos „Jetzt erst recht!“ Dazu das Männerbündlerische. Schurz, weiße Handschuhe, Meistergrade, Schläge auf das Fass im 3-er-Takt … Herrlich. Die Schäffler sind für das Überleben im heutigen München viel, viel wichtiger, als das übliche Traditionsgetue ahnen lässt! Fritz Fenzl
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DAMISCHE RITTER
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GAUDIWURM - EIN LIEBEVOLLER DRACHE ! „Das wurmt mich!“, sagt der, dem ein virtueller Wurm, ein kleiner Drache vielleicht, im Hirnkastl herumwuselt und keine rechte Ruhe finden lässt. Der „Wurm“ hat einem See des Voralpenlandes den Namen verliehen (Würmsee), ebenfalls dem herrlichen Fluss, der sich ab Starnberg durch das Wurmtal/Würmtal schlängelt und alte Drachenenergie nicht nur bis Pasing und zur Blutenburg weitertransportiert. Der Wurm als ausgewiesener Höhlenbewohner ist ein Erd-Tier, Erde ist Humus und Humus schon vom Wort her dem Erd-gebundenen Humor ganz nahe … Wurm? Drache? Humor? Gaudi? Sind wir beim Gaudiwurm! Jawohl, der Drache hat Humor, ganz entgegen seines angsteinflößenden Rufes. Wer´s nicht glaubt, der stellt sich der wohl schönsten Art von Gaudi-Wurm entgegen oder begleitet diesen wohlwollend: Welchem Wurm? Gemeint ist der Gott sei Dank durch den starken Männerbund „Damische Ritter“ wieder belebte Gaudiwurm Münchens: Der Münchner Faschingszug ! Ein unvergessbares Erlebnis in der Kindheit der 50-er-Jahre, als noch nicht Dauerfasching war und ein Faschingszug eine echte Attraktion, so wie die Schäffler. „Lang war es unsicher, ob der Faschingszug der Damischen Ritter 2011 zum letzten Mal stattgefunden hat. Pünktlich zum Beginn der narrischen Zeit steht aber nun fest: der Festzug kann auch 2012 wieder, Dank der Großzügigkeit der Stadt, durch die Straßen Münchens, mit neuer Route durch die Innenstadt, ziehen. Wir Ritter freuen uns darauf, die Münchnerinnen und Münchner am 5. Februar 2012 um 13:00h erneut ein Stückerl damischer zu machen.“ (Originalton Damische Ritter). Denke, da muss man allein schon desz´wenig hin, weil ich mich frage, wie man München mit seiner hysterischen Vergnügungs-Sucht denn noch damischer machen will!Termine: Faschingszug 5. Februar 2012 Beginn um 13:00 Uhr bis etwa 15:30 Uhr Anschließend Abschlussparty im Hofbräuhaus Kinderball: 12. Februar 2012 - Einlass ist um 13:00 Uhr (Löwenbräukeller) Faschingsball Damische Ritter: 17. Februar 2012 - Einlass ist um 19 Uhr (Löwenbräukeller) Karten für Veranstaltungen: Löwenbräukeller München info@loewenbraeukeller.com oder Tel. 5472 66 916 Weitere Info: www.Damischeritter.de Zugweg: Stiglmaierplatz - Briennerstr. - Königsplatz – Briennerstr. - Karolinenplatz - Briennerstr -Odeonsplatz Residenzstr. - Hofgraben – Pfisterstr. – Sparkassenstr. Somit ist der Weg dieses Jahr fast doppelt so lang wie in den vorhergehenden Jahren. Mein Tip: Hingehen! Dann treffen wir uns sowieso … Euer Fritz Fenzl
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"GRANTY" - wer schützt nun das Wort? Da ist mir in der Glosse letzter Woche ein Wort herausgerutscht, das eigentlich nur den Gegen-Typ zum Dauergrins-Gesicht, dem gelbfröhlichen Smiley, benennen sollte: Der Granty! L Und die Reaktion auf den „Granty“ war vollkommen unerwartet. Wer schützt mir jetzt das wertvolle Wort? Wer vertritt mir die Welt-Rechte, wird die Armee von smarten Anwälten befehligen, für den Fall, dass jemand ohne meine Zustimmung ein Dreipunkte-Gesicht mit grantig nach unten gezogenen Mundwinkeln malt? Aus einem Leserbrief: “ … schreibe ich gleich nach dem Genuss Ihres Smily-Artikels. Ihre Worterfindung „Granti“ finde ich großartig. Das ist ein schönes bayrisches Wort …“ Warum eigentlich nicht, liebe Frau Edith R. Schöne neue, vielleicht gar bayerische, in jedem Falle garantiert un-englische Worte erfinden, um dem SMS-Fetzenliteratur-Betrieb („hdgdl“, habdifganzdoll-lieb; statt „ich habe dich wirklich sehr, sehr gerne“…), entgegenzutreten? Aus demselben Leserbrief: („Ich werde Granti gleich eifrig in meinem Bekanntenkreis verteilen. Vielleicht verbreitet er sich genauso schnell wie das Kotz-Wort „public viewing“ …!“ Wie wahr. Wir pappen jetzt nicht nur Smilis (Smileys, Smilys), sondern auch Grantis auf verbohrte Hirnkastl. Zum Beispiel, wenn im Gebirge einer dieser Mountainbike-Deppen daherkommt. Mundwinkel haben die eh immer nach unten, Biker sind die Nachfolger der Flagellanten im hohen Mittelalter. Wir vergeben Grantis, vielleicht gar Granti-Grammys. Wer in meiner Umgebung die widerliche Hetzjagd auf den Bundespräsidenten auch nur erwähnt - bumm, Granti ans Hirn. Und alle die professionellen Angstmacher: Eurokrise, Hedge-Fonds, Weltuntergang, Klimawandel … zack: Granti am Hirn. Mit grinsgrantelndem Gruß der Fritz Fenzl
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Der Smiley – ein sonnigerDauergrinser
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Sie fahren … 51, 56, 58... und auch mehr Stundenkilometer. Auweia. Wieder mal nicht aufgepasst. Doch statt einer versteckten Radarfalle am Ortseingang, begrüsst dich ein blinkender Smiley. Ich nenne ihn oder auch es mittlerweile Granty, weil ich selten in den Genuss komme, dass er mich angrinst. Vielmehr begegnet er mir, zumindest wenn ich mit dem Auto unterwegs bin, meist mit herab gezogenen Mundwinkeln. Soll irgendwie der Merkel ähnlich sehen.
Nicht schlecht, mit dieser Idee den Autofahrer auf sein Fehlverhalten hinzuweisen. Ist Ihnen aber schon einmal aufgefallen, wie versmilt unsere Gegenwart tatsächlich ist?
Laut WIKI handelt es sich bei einem Smiley (auch Smilie oder inkorrekt Smily – von englisch to smile = ‚lächeln‘; Mehrzahl Smileys bzw. Smilies) um eine grafische Darstellung eines Gesichtsausdrucks. Ein Smiley wird oft verwendet um eine bestimmte Emotion wiederzugeben oder sie zu verdeutlichen. Der Begriff wird oft synonym zu Emoticon verwendet, allerdings ist ein Emoticon eine auf Schriftzeichen basierende Darstellung, das Smiley aber in der Regel ein grafisches Objekt.
Soweit die halbwissenschaftlich-korrekte Interpretation der Gegenwartshalb-Bildung namens „Wiki“.
Der grinsende Smiley soll 1963 das Sonnenlicht der Welt erblickt haben und schaut sogar auf eine abenteuerliche Geschichte der Logo-Sicherung und der Rechte-Verwertung zurück. Sogar eine „World Smile Foundation“ gibt es. Aber erfindet nicht jedes Kind den Smiley neu?
„Punkt, Punkt, Komma, Strich - fertig ist das Angesicht" … (bei uns im Münchner Stadtviertel Harthof hieß es seinerzeit, ...fertig ist das Arschgesicht!" Anmerkung der Redaktion!)
Inzwischen sind fast alle Emails versmilt, lässt sich der Grinsi doch auch mit Satzzeichen darstellen. Was es allerdings noch nicht gibt und schnellstens erfunden werden sollte, ist ein Flaterate-Smiley. In diesem Sinne smilt auf Dauer recht freundlich - Euer Fritz Fenzl
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LICHTSCHWEIF ÜBER BAYERN
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Ein Lichtschweif am Himmel hat in weiten Teilen Deutschlands am Heiligen Abend 2011 für „helle“ Aufregung gesorgt.
„Ein Zeichen!“ Was sonst? Das Telefon steht nimmer still. Und dann natürlich der Maya-Kalender: Keiner kann sich der Dumm-Blöd-Dreist-Botschaft entziehen, dass am letzten Tag des bald kommenden Jahres 2012 die Welt untergehen soll€. Kein Zufall, dass mir beim Schreiben das letzte „e“ zu einem Euro-Zeichen verrutscht ist, denn „der Weltuntergang“ ist nichts als eine breit angelegte Angst-Industrie, die von dem lebt, was andere glauben. (wäre eigentlich Sache der Kirche, aber die überlässt ein viel zu weites Feld den Dumpf-Esos).
Also, nachdem ich so viel angerufen, an-gemailt und bei Führungen gefragt werde, wie´s dennweitergeht: Hier die endgültige Wahrheit (!):
Zunächst Fakten, die sprechen.
Nr.1: Der Engel auf Erden, Jopi Heesters, ist am 24. Dezember, also am Heiligen Abend, in den Himmel gefahren. Auf den haben die Engerl schon lange gewartet und ein Freudenfeuer entfacht (heller Lichtschweif am Heiligen Abend).
Fakt 2: Kurz vor Weihnachten wurde unweit Andechs in einem Brunnenschacht ein mysteriöser Knochenmann entdeckt. Alle bisherigen Mutmaßungen, wer das gewesen sei, sind Unsinn: Es handelt sich um die identischen Reste von Karl dem Großen, der beizeiten die Reismühle und den Karlsberg verlassen hat, der dann Andechs gründete (man beachte das „a“ in „Karl“ und in „Andechs“; - Karl, der hier in einem Raum-Zeit-Tunnel versunken ist, über tausend Jahre später als Johannes Heesters wiedergeboren wurde (Jopi konnte ebenfalls irdischen Gesetzen trotzen!), am Heiligen Abend von Starnberg aus gen Himmel fuhr und einen Feuerschweif verursacht hat.
Wenn einer die Wahrheit kennt und sagt, dann ich - sagt für heute Fritz Fenzl
WAS IST DAS
MIT DEM „VORSATZ“?
Zum Jahreswechsel hat das Wort „Vorsatz“ wieder große Konjunktur. Die Medien überschlagen sich mit Vorsätze-Vorschlägen: Gute, selten schlechte Vorsätze, die man haben sollte/könnte oder nicht. Star-Vorsätze sind wie immer: Weniger Kalorien, weniger Rauchen. Also ob ein guter Vorsatz nur im „Weniger“ bestünde.
Allein schon eine Umformulierung tät gut: Statt „weniger Fett“ klänge viel besser eine Formulierung wie „Mehr Obst und Gemüse“. Statt „weniger Rauch“ formulieren Sie doch wesentlich positiver: „Mehr Durchblick“ oder „Saubere Lunge“.
Das Wort „Vorsatz“ steht in keiner Deutsch-Grammatik, wenn man „Vor-Satz“ genau nimmt, könnte es sich um einen vorangestellten Satz handeln, dem ein Komma folgt, also beispielsweise ein Hauptsatz vor dem Nebensatz. Sozusagen der Vorsatz vor dem Nachsatz.
Eine Psychologin (Negativ-Steigerung von „ein Psychologe“) hat im Klassik Radio geraten, keine Vorsätze zu haben, weil die hält eh keiner ein oder durch. Gar nicht so schlecht. Wer wirklich etwas ändern will, so sagt die Dame , - der tut´s! Auch ohne plakatives Datum.
Ist was Wahres dran. Das Einschneidende im Leben, der „Wendepunkt“, die „Erleuchtung“, „das geistige Erwachen“ … wie immer Sie das nennen wollen, es kommt nie eines Datums und selten eines Willensaktes wegen.
Sondern dann, wenn die irdische Komponente mit der überirdischen sich schneidet: Der „Rechte Augenblick“, der Kairos, wofür die Griechen (soso, die Griechen!) einen eigenen flinken flügelfüßigen Gott haben. Der ist so schnell weg, dass man ihn „am Schopfe“ packen muss.
Also weg mit Vorsätzen und bereit sein für Höheres.- Aber ist das nicht auch ein Vorsatz? Fritz Fenzl
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Glücksort Sparkasse? Glück ist keine Statik, sondern immer nur im Zwischen, im Daneben, im Unerwarteten, oft auch im Unsichtbaren zuhause. Wer hat es je gesehen, das Glück? Gefühlt schon! Glück lässt sich fühlen. Wir sprechen auch vom „Glücksgefühl“. Wobei das Glücksgefühl von den „glücklichen“ Tatsachen sehr oft vollkommen unabhängig ist. Auch der Mangel an Glück ist fühlbar, fühlbarer sogar als das Glück und der dazugehörige Gefühlswert, die beide oft genug ignoriert werden oder gar für selbstverständlich genommen. Übrigens ist Unglück weitaus sichtbarer denn Glück. So redet die Alltagssprache, wenn ein Unfall zu benennen ist, von einem Un-Glück. Aber kaum einer sagt: „Schau hin! Da ist ein Glück geschehen!“ Und das auch noch mit genauer Orts-Angabe. Es schaut fast so aus als hätte Glück eine direkte Beziehung zu Orten. Was für ein schönes Wort das wäre: Raumglück! So hat denn hat „der Raum“ neben dem materiell-fassbaren eine gleichwertige seelisch-geistige Qualität. Glück ebenso. Man muss dem Glück Raum geben. Oder Platz lassen. Und echtes Glück ist im Kleinen, im Alltag, nie im Großen erlebbar:
Ein Beispiel als dem Alltag, das Glück auf andere Weise begreiflich macht. Regelmäßig muß ich in einer Zweigstelle der Sadtsparkasse für einen älteren Menschen Bankgeschäfte erledigen. Liegt es an mir oder ist dort der Umgangston grundsätzlich zu überdenken? Werde ich nämlich nicht für einen Räuber gehalten, ist mir tatsächlich und wahrhaftig passiert oder muss mir nicht beleidigende Äußerungen anhören beziehungsweise werde nicht einfach stehen gelassen – dann habe ich wahrlich Glück gehabt. Zum Glück aber und ausgleichend kenne ich bis auf diese eine Ausnahme nur extrem freundliche und kompetente Bankleute. Euer Fritz Fenzl
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HOCHZEIT FÜR FÜHRUNGSKRÄFTE
Tag der Hochzeit, (nicht irgendeine, sondern die Hochzeit!), letzter Freitag, kurz vor zwölfe Mittags: „Mei, ist des Brautkleid schee!“. Jedenfalls sagen das die Frauen unisono. Und als Mann konnte man beim Anblick sowohl der Braut als auch des traumverloren schönen Brautkleides wirklich nicht wiedersprechen. Ort: Eine vornehme Hotelhalle in Wien. Da saßen alle Damen vor dem Bildschirm, die in dem Hotel irgend etwas zu tun gehabt hätten. Man sah das an der einheitlichen und eleganten Kleidung. Business-Style. Als einziger männlicher Gast setzte ich mich dazu. War´s wegen der königlichen Hochzeit selber oder wegen der Damen? Kann ich nicht mehr sagen. Dann der Höhepunkt: Der Geistliche auf dem Breitbildschirm fragte, ob denn irgendwer etwas dagegen hätte, dass die beiden jetzt ihr Ja-Wort gäben. Und eine Milliarde TV-Zuschauer dachten wohl in dem Moment, dass keiner etwas gegen die Trauung haben könnte. Die wussten aber alle nicht, was in Wien zeitgleich geschah. Denn ansatzlos durchmaß ein strenger Herr die Lobby. Der sah nicht unbedingt wie ein Gast aus, sondern hatte diese seltsam lächerliche Wichtigkeit aller Vorgesetzten. Und er schien durchaus etwas gegen die Trauung zu haben, jedenfalls gegen die Tatsache, dass „seine“ Damen den Höhepunkt, das Ja-Wort von William und Kate, live mit ansahen. Aber allein sein Erscheinen genügte, dass alle „seine Untertanen“ verschwanden. Und das genau an der allerschönsten Stelle, die sogar mich als Spötter (siehe letzte Glosse) zu Tränen rührte. Später unterhielt ich mich mit Wiener Hexen über die Szene und den taffen Vorgesetzten. „Ein wirklich guter Chef hätte den Frauen die wunderbare Szene weitersehen lassen“! „Ein wirklicher Chef darf das nicht durchgehen lassen, sonst nimmt ihn später keiner mehr ernst!“ Und so fort. Vielleicht war´s in der Kaisergruft, als mir der zündende Gedanke kam: Es gibt eine ganz andere Art zu „führen“. Und wer das begreift, der hat den Himmel auf Erden. Fritz Fenzl
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FLUCHT NACH WIEN VOR DEM ROYALEN ZIRKUS
Was macht man nur, wenn einem „William & Kate“ so wurscht sind wie nur grad was! „Einfach nicht hinschauen…“, sagt da der weise Herr Nachbar. Aber, eben, das geht nicht. Eine Senf-Oper wie der in jugendlichen Jahren schon fast platterte William und die so herrlich durchschnittlich ausschauende Kate, kreisch. Kate: genau in jener gefährlichen Mitte des Aussehens, bei der Durchschnittlichkeit schon fast den Tarnkappen-Effekt erlangt und man sich nach einem interessanten Schönheitsfehler oder noch mehr Schönheit sehnt, - eine solche Oper der aufgezwungenen Schau-Hin!-Glückseligkeit lässt leider keinerlei Flucht zu. Das ist schon bei harmloseren Nachrichten und Events so. Man wird damit zwangs-ernährt. Versuchen Sie, „Japan“, „Stuttgart 21“, oder weitaus wichtiger, die miese Lage von Frisören, - nicht mit zubekommen. Mein Sechs-Euro-Haarschneider ist übrigens Klasse und weiß immer viel zu erzählen … von W & K. Mainstream-News ausweichen? Ohren zuhalten, Augen verschließen? Einfach unmöglich. Aber bei den Royals, da tut es richtig weh. Das Gesicht von Charles. Aua. Die ewigen Replays der (wirklich sehenswerten!) und ganz anders gearteten Diana. Endlich wieder der Klassiker: Diana ist gestorben. Tatsächlich? Warum? Wie? Aua. Die Queen hat sich seltsam verhalten. Parallelen von Kate zu Diana. Zu Lady Simpson. Zu den Muppets. Zu … Waren das herrliche Zeiten, da über Seehofer und Kachelmann Anzügliches berichtet wurde. Göttlich. Das sind wirklich interessante Männer, die sich ihre Frauen und Nebenfrauen auch redlich verdient haben. Oder Matthäus, ich liebe ihn. Beckenbauer sowieso. Bitte, liebe Presse: Mehr interessanten Blödsinn statt W & K. Wie und was Guttenberg alles abschreibt. Oder, enorm wichtig: Das 60-er-Stadion wird 100 Jahre alt. Ich fliehe diese Woche nach Wien. Wenn dann in der Kaisergruft William & Kate daherkommen, nix tät mi wundern. Wegen der Protestzuschriften gebildeter Leser: I weiß scho, die englischen RoYal-Clowns sind keine Habsburger. Macht doch nix. Fritz Fenzl
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