HEILIGE EDIGNA
EDIGNA VON PUCH:
AUCH IN EINEM BAUM KANN ES SCHÖN SEIN, WENN MAN ZUR HEILIGKEIT DAS ZEUG HAT
Den Ort vergisst keiner, der je da war. Ein kurzes Stück nordwestlich von Fürstenfeldbruck, da findet sich der kleine Ort Puch.
Auf einem von Gletschern aufgeworfenen Moränenwall stößt der Sucher „des Heiligen“ auf ein Kraftfeld von ganz und gar ausergewöhnlicher Art und Intensität. Kreuzen sich hier doch gleich mehrere wichtige geomantische Linien. Und genau da, im energetischen Zentrum, steht dann auch die „tausendjährige Linde“ von Puch. Nebenbei, die ist wirklich tausend Jahre alt. Was die erzählen könnte, wenn sie könnte.
So ein langes Leben grenzt schon an ein Wunder. Aber in der Natur gibt es keine Wunder in dem Sinne, wie wir Wunder oftmals (miss)verstehen, wenn wir das manchmal spektakuläre Leben der Heiligen Männer und Frauen und deren Taten anschauen.
Heilige wissen eben viel über die Natur. Wer hat denn die Natur erschaffen? Gott natürlich. Natürlich! Wieder die Natur.
„Wunder stehen nicht im Widerspruch zur Natur, sondern im Widerspruch zu unserem Wissen von der Natur“, so hat es der Heilige Augustinus formuliert.
„Zum Andenken an den Römischen Kaiser Ludwig den Bayern ...“, so beginnt ein Schriftzug auf der Kaiser-Ludwig-Säule nahe der B2 bei Puch. Dieser wahrhaft große Mann und Führer Bayerns liebte es stets, im Umkreis der Fürstenfelder Abtei auf die Jagd zu gehen. Und hier in der Gegend, die im Pucher Wald auch eine Keltenschanze birgt, starb er auch, am 11. Oktober auf dem so genannten Kaiseranger. Heute ruhen seine Gebeine in der Krypta des Doms zu Unsere Lieben Frau in München.
Blenden wir etwa zweihundert Jahre zurück. Damals lebte hier eine „sehr würdige“ Königstochter. Eben E-digna, wörtlich eine, die aus der Würde kommt. Neuere Forschung will wissen, dass sie die Tochter Heinrichs I. von Frankreich gewesen sei. Sehr, sehr würdig eben. Auch russische Wurzeln will die Edigna-Forschung bei der edlen Königstochter ausgemacht haben. Demnach heiratete ihr Vater Heinrich um das Jahr 1050 Anna, die Tochter des Fürsten Jaroslav von Kiew. Eine franko-russische Connection der Kraft.
Es war im Jahre 1074, dass Edigna das Licht der Welt Welt kennenlernte. Gestorben ist die Heilige im Jahre 1109. Eine hochinteressante Lebens-Zeit, lag doch im kollektiven Unbewussten die Kreuzzugsbewegung bereits verankert: die „Arme Ritterschaft Christi vom Salomonischen Tempel“ ist dann kurz nach ihrem Tod gegründet worden, nämlich im Jahr des überraschten Herrn 1118.
Frankreich stand in höchster Blüte, bildete die kulturelle Spitze von Europa. Denken wir nur an die feinen Sitten des (französisch geprägten) Rittertums! Und einer hohen Adeligen wie Edigna stand all dies offen. Ihr war ein Leben vorausbeschieden, von dem andere nur hätten träumen können. Äußerst vornehm, nicht nur dem Namen nach. Standesgemäße Erziehung, dann standesgemäße Hochzeit …
Nicht mit dem Querkopf Edigna.
Die pfiff auf all das, dachte etwa wie Franz von Assisi, (der war damals allerdings noch lange nicht geboren). Hohe Ideale oder Spinnerei? Kann man nicht sagen, im Spiegel der Geschichte sieht alles viel vornehmer aus. Edigna war vielleicht durch ihre Tante Aurelia in Dingen entrückter Frömmigkeit vorbelastet. Die war beizeiten als Einsiedlerin ins Kloster St. Emmeram bei Regensburg gegangen.
Frühe Emanzipation? Weltflucht? Herrschaftsdenken? Trotz? Berufung? – Wer weiß.
Asketentum war damals ebenso „in“ wie reiche Prasserei oder religiöse Schwärmerei und Mystische Verklärung. Und wie ist´s heute? Auch nicht anders.
Edigna, das religiöse Urtalent, hätte gegen ihren Willen eine Ehe eingehen sollen, sagte „Nein!“ (den Mann muss sie nicht sehr geliebt haben), floh und landete in Bayern. Ein guter Tausch. Hier lebte sie in der Höhlung der alten Linde von Puch, gewann an Wunderkraft und Heiligkeit – und heilte die Menschen, die vorbeikamen.
Der Schutzengel hatte ihr bei der Flucht geholfen und einen Ochsenkarren vorbeigeschickt, auf dem auch ein Gockel saß. So wird die Heilige auf zahlreichen Bildern dargestellt. Immerhin in Gestalt eines Gockels spielt das Männliche bei ihr eine Rolle.
Was wäre ein Heiliger oder eine Heilige ohne Kult um Knochen? In den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts ist die dem Heiligen Sebastian geweihte Pfarrkirche von Puch renoviert worden. Man fand im Altarfundament eine Grabmarkierung, fand die Gebeine, und: „Das muss Edigna sein…!“, so experteten alle Experten. Heute sind die Reliquien in einem seltsam okkulten Schrein mit Edelstein-starrenden Augenhöhlen des Edigna?-Schädels zu bewundern.
Gedanken:
Eins soll an dieser Stelle (an diesem Ort? Und wie nennen wir den Denk-Ort: Heilig? Magisch? Natürlich? Übernatürlich gar …?) gesagt sein: Wer sich für Heilige interessiert und an den Ort der Heiligkeit hingeht (ja, Heiligkeit ist oftmals auffällig ortsgebunden; deshalb stehen Klöster, Kapellen und Gnadenstätten eben da, wo sie stehen), der wird zwischen Wunder, Erdenergie, Kraft, Dynamik, Göttlichem, Heiligem, aber auch Magie und Kraft zur Wandlung … und ähnlichen spirituellen Auftrittsmustern oft schwer unterscheiden können. Alles gehört zusammen, nur legt jede Interessensgruppe größten Wert auf Exclusivität.
Wir bleiben selbstredend beim Heiligen, gute Christenpflicht.
Spuren:
Edigna-Linde bei Puch. Ein traumhaft schöner und hochenergetischer Kraftort!
Gedenktag:
26. Februar.
Vorbild für …
Edel-Aussteiger mit Geist und spirituellem Wagemut, die aber dennoch das Herrschaftswissen in sich tragen.
Himmlische Lebenshilfe:
Edigna hatte „alles“, was materiellen Reichtum, mitgebrachten Adel und familiäre Beziehungen betrifft. Sie verzichtete - und gewann! In unserer Zeit „der Erben“, deren Lebenssinn oft mehr Haben besteht denn im Tun, - ein recht denkenswerter Gedanke.
Edigna hilft bei dem Verlust von Sachen und „bei Diebstahl“, wie Quellen melden. Hoffentlich hilft sie nicht den Dieben.
Näheres unter www.edigna-puch.de