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ENGELTOUR

MÜNCHENS MAGISCHE ENGERL-TOUR: AUFREGENDER RUNDGANG ZU DEN HIMMLISCHEN TRANSMITTERN!

Oder:
FLATTERN IN ALLE EWIGKEIT. (Siehe dazu auch... klick!)
SPAZIERGANG ZU DEN ENGELN DER STADT.

„In einer Stadt, die ihren Namen einer Mönchssiedlung verdankt, ja sogar einen Pfaffen im Wappen führt, muss man nach Zeugnissen kirchlicher Frömmigkeit nicht lange suchen“, so schrieb die Süddeutsche Zeitung in ihrer Weihnachtsausgabe des Jahres 2002 (SZ, 24./25./26. Dez. 2002, S.44).
Der Artikel war überschrieben mit der euphorisierenden Zeile: „Das Jauchzen der himmlischen Heerschaaren. Flattern und Schweben in alle Ewigkeit … “

Immerhin.

„München leuchtet“ als Dichterwort ist legendär, das Leuchten wird aber immer schon als numinos und seltsam überirdisch gesehen. Auch wenn Thomas Mann in der Gladius Dei-Novelle sich über seltsame Apostel und Engerl nicht nur im Schaufenster lustig machen mag. München ist (sprechen wir es hier ruhig aus), München ist nicht von dieser Welt. Sowohl das gute als auch das böse München sind einfach „anders“.
Nochmals Süddeutsche Zeitung: „ … sie
( gemeint sind die Engel in München) gehören , wie Polizisten oder Müllmänner, zum Dienstpersonal dieser Stadt …“. (ebenda)
Nun denn. Die Allgegenwart der Münchner Engel mit Polizisten und Müllmännern zu vergleichen, dafür gar das Wort „Dienstmänner“ zu gebrauchen, grenzt denn doch an eine höllische Unverschämtheit.

Es gibt wohl keinen Sinn-volleren Anfang der Gut-und Böse-Engerl-Tour als den Platz vor der Michaelskirche in der Fußgängerzone:
Kultur-schaffender Zusammenprall der beiden gottesnahen Alpha-Männer, nämlich des Berufserzengels Michael als auch des befehlsgewohnten Höllenfürsten und Lichtexperten Luzifer. Ich habe den spirituellen Gewaltakt „Höllensturz“ an anderer Stelle oft und gerne beschrieben. Hier nur so viel:
Diese dramatischste Szene des christlichen Weltentheaters ist einfach nicht mehr zu toppen. Nach Hubert Gerharts Monumentalplastik und ihrer magisch-suggestiven Wirkung auf jeden Vorbeikommenden konnten andere Künstler die berühmte alttestamentliche Action-Szene nur noch kopieren.
Schöner und deutlicher lässt sich der fragwürdige Dualismus unseres (!) Denkens nicht mehr darstellen. Aufpassen:
Unseres Denkens: Wer sagt denn, dass Gott, Teufel und Michael (und alle anderen himmlischen Heerscharen) auch so denken?

Was ist, wenn die beiden (der Schöpfer und der Anti-Schöpfer) nicht im Religionsunterricht gesessen sind und ganz andere Gedankengänge haben, - als wir hoffärtigen Menschlein ihnen gestatten und zutrauen!
Vielleicht sollten wir einmal in einem Gebet nachfragen.

Laden wir uns auf am besonderen Ort in München, dem wahrhaft raum- und zeitschluckenden Areal der Michaelskirche, einer seltsam geladene Umgebung, die doch auch jene berühmte letzte (?) Ruhestätte für den Märchenkönig Ludwig II. birgt. Beginnen wir hier die Engel-Tour.
Zunächst aber noch ein kurzes Nachsinnen. Engel haben ja immerhin mit Geist zu tun.

Gedanken:

Münchner Engel und Dienstmänner? Vielleicht ist das denn doch nicht zu weit hergeholt. Immerhin lässt Ludwig Thoma sein grantiges Engerl Aloisius dem gequälten Körper eines Münchner Dienstmannes Alois Hingerl entschlüpfen. Wer braucht da noch eine Seelenwanderung, wenn er solches hört!


Weitere Engel-Stationen in München. Wir beginnen da, wo wir sind, an der Michaelskirche:

Zunächst brauchen wir wirklich nicht weit zu gehen. Lediglich ins Innere der Kirche hinein. Stauen erlaubt. Das Tonnengewölbe ist, - neben dem des Petersdoms in Rom -, das größte und mächtigste der Welt.
Noch nicht genug von Michael dem Engel: schauen Sie auf das weithin sichtbare monumentale Altargemälde, das so genannte Altarblatt. Der raumgreifende Paradieses-Engel erscheint hier wirklich über-ragend, sein Künstler Christoph Schwarz, der das Bild geschaffen hat, musste hier neue kompositorische Monumentalordnungen entwickel.

Schutzengel! Es findet sich hier in der Kirche ein wunderbar gemalter Schutzengel-Altar in einer der rechten Seitenaltar-Nischen. Und dann natürlich der lebensgroße bronzene Weihwasser-Schutzengel am hinteren Eingang, unter der Orgelempore. Ebenfalls von Hubert Gerhart geschaffen, wacht er würdevoll über alles, was hier in dem hoch energetischen Gotteshaus vor sich geht. Auch in der Nacht …
Anmerkung: In der Nacht ist hier mehr los, als sich der normale Münchner träumen lässt.

Eine mögliche Münchner Engerl Tour von hier aus:

Schutzengel der Michaelskirche, - Schutzengel in der Bürgersaal-Kirche:
Die Schutzengel-Gruppe von Ignaz Günther in der oberen Bürgersaal-Kirche ist wirklich sensationell wegen der ihr innewohnenden genialen Bewegungsführung. Das kostet Sie als Engerl-Pilger in München eine gute Engel-Stunde, denn von dieser Himmelsstelle, da der Günther-Engel steht und himmelhelfend wirkt, kommt man nicht so schnell weg!

Platz-Wechsel: Action-Putti der Mariensäule. Die vier übereifrigen himmlischen Body-Guards dreschen ein auf Krieg, Hunger, Unglaube, Ketzerei, alles zumeist in Drachengestalt dargestellt. Einer dieser Drachen ist gar ein Basilisk, ein bitterböses Mischwesen zwischen Drache und Gockelhahn! Lassen Sie dies auf sich wirken und in die aufnahmebereite München-Seele rieseln. Dann weiter.

Mehr Engel?
In der Dreifaltigkeitskirche. Es grüßt sie wieder der gestrenge Michael schon an der Fassade, zehnfach posiert innen das muntere Flattervolk um den Hauptaltar.

Weitere Engerl-Tour durch München: Engeleien in der Damenstiftskirche am Altheimer Eck. Selber suchen und finden!
Gibt es einen Engelspfad? Neben dem Geschichtspfad einen „Münchner Engerlpfad“? Vielleicht schon.
Gehen Sie in die Sendlinger Straße, schauen Sie die Engel der Asamkirche, (hier schneiden Engel als knallharte Himmelsboten und-Vollstrecker den Lebensfaden ab, oh weh).

Englischer Rundparcours: Wieder ins Zentrum zur Heiliggeistkirche, wahre Engels-Scharen und Chöre warten im Alten Peter auf den suchenden Engelspilger.
Besuchen Sie Das altehrwürdige St. Georgs-Kircherl in Bogenhausen, dann die geflügelten Kollegen von der Marienkirche in Thalkirchen und alle die vielen Blasengerl überall in der Stadt. Himmlisches Vergnügen.

Wie wär´s denn als Abschluss der Münchner Engel-Tour mit dem Friedensengel hoch über der Prinzregentenstraße am Isar-Hochufer?

Gedanken:
Engel sind Himmelsboten, sind Geheimagenten Gottes. Sie überbringen den Willen des Schöpfers, zumeist recht still und diskret.
Geist-Träger treten dezent auf, Barockengel indes tröten mit lauten Posaunen. Die Süddeutsche Zeitung konnte respektlos vom „himmlischen Jauchz- und Jubelpersonal“ sprechen. (a.a.O.) Doch Engel als Dienstboten? Eher nicht.

Sollten Sie als Abschluss des Engelpfades zur Michaelskirche zurückkehren oder sich in Gedanken nochmals dorthin beamen:

Michael schmeißt Luzifer hinab, - wohin?
Aufs Pflaster von München. Da ist er heute noch.
Der Deifi gäht um in München!
Fühlbar, effizient, münchentypisch und zeitübergreifend größenwahnsinnig. Man findet ihn überall. Eine Münchner Teuferl-Tour wäre wohl auch eine Idee --- bleiben wir aber lieber bei den (noch) sauberen Engerln!

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